Elsfleth Mit einem Brennstoffzellenfahrzeug, das mit Wasserstoff betrieben wird, kam der Referent Paul Schneider zum Vortrag „Wasserstoff der Sekundarenergieträger der Zukunft“ in Elsfleth vorgefahren. Eingeladen dazu hatten der Landtagsabgeordnete Horst Kortlang (FDP) sowie der FDP-Kreisverband Wesermarsch in den Heye-Saal.

Das Interesse, so ein Fahrzeug aus nächster Nähe zu betrachten, war groß. An diesem Auto konnte Paul Schneider, er ist der Wasserstoffexperte des Energieversorgers EWE, die ersten Fragen beantworten. Danach ging es mit vielen Interessierten mit dem Vortrag weiter. Es mussten sogar noch Stühle herbeigeschafft werden.

Horst Kortlang begrüßte den Referenten mit der Anekdote aus seiner ersten Zeit im Landtag 2013. Er habe damals viel Unverständnis geerntet, als er zum Problem mit alten Baumaschinen die Frage stellte, warum man nicht gleich auf brennstoffzellenelektrischen Antrieb bei diesen Maschinen umrüste, das sei dann wirklich innovativ.

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Tolle Eigenschaften

In seinem Vortrag machte Paul Schneider deutlich, dass Wasserstoff ein Energieträger mit außergewöhnlichen Eigenschaften ist. So habe Wasserstoff den vierfachen Energiegehalt von Diesel. Windenergie und Wasserstoff seien die idealen Partner, weil mit Wasserstoff riesige Energiemengen kostengünstig und zusätzlich auch zeitversetzt transportiert werden könnten. Deshalb, so Paul Schneider, werde Norddeutschland noch mehr zur Energiedrehscheibe Deutschlands und Europas werden. Das machte er an dem Vergleich Süd-Link deutlich. Die in einigen Jahren fertiggestellte Stromtrasse soll dann die Leistung von 1000 modernen oder 500 zukünftigen Windkraftanlagen in den Süden transportieren.

Da für Wasserstoff im Verkehrssektor, dieser ist gut eineinhalbmal größer als der Stromsektor, deutlich mehr bezahlt wird, wird Wasserstoff hier auch zuerst eingesetzt und nicht etwa im Wärmesektor, der gut dreimal so groß wie der Stromsektor ist. Die zu erzielenden Preise sind hier jedoch viel niedriger.

Teure Technik

„Wir haben tatsächlich noch einen sehr weiten Weg vor uns“, so Paul Schneider. Das wurde nach dem Vortrag auch in der anschließenden Diskussion deutlich. Noch sind Brennstoffzellen relativ teuer und damit noch nicht für den allgemeinen Markt verfügbar. Paul Schneider gab einen Ausblick. Der Elektrolyseur, der in Werlte vor sieben Jahren installiert wurde, habe damals noch 6000 Euro pro Kilowatt gekostet, heute würden die Kosten bei nur noch 600 Euro/kW liegen. (Als Elektrolyseur wird eine Vorrichtung bezeichnet, in der mit Hilfe elektrischen Stromes eine chemische Reaktion, also eine Stoffumwandlung, herbeigeführt wird).

Deutlich wurde aber auch, dass Deutschland auch in der Zukunft Energieimportland bleiben wird, wenn sich keine anderen nachhaltigen Quellen finden lassen. „Das ist für uns im Norden aber nicht wirklich ein Nachteil, weil die Energieimporte über unsere Häfen erfolgen werden“, schloss Paul Schneider die Diskussion.

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