Elsfleth Die Elsflether Werft hängt am Tropf der Bundeswehr. Nur etwa 20 Prozent der Aufträge kommen aus dem zivilen Bereich. Etwa 80 Prozent ihres Umsatzes mache die Werft durch die Marine, sagte am Freitag Ralf Templin, Betriebsratsvorsitzender der Elsflether Werft, bei der Pressekonferenz vor dem weiß-roten Schlagbaum zum Werftgelände. Die Industriegewerkschaft (IG) Metall hatte zu diesem Termin eingeladen.

Es nieselte am Freitagvormittag. Sicherlich nicht nur wegen des schmuddeligen Wetters verließen die meisten Mitarbeiter eher in sich gekehrt und mit gemischten Gefühlen das Werftgelände. Ihnen wurde allerdings Mut gemacht. Die Stimmung der Belegschaft der Elsflether Werft sei zwar gedrückt, er sei nach den Gesprächen mit dem neuen Vorstand aber guten Mutes, dass es für die rund 130 Werft-Mitarbeiter weitergehe, sagte Ralf Templin, der seit gut 40 Jahren auf der Werft tätig ist. Sobald der Zahlungsstopp aufgehoben sei und man wieder arbeiten könne, sollte die „Gorch Fock“ von der Elsflether Werft zumindest soweit repariert werden, dass die Dreimastbark in Bremerhaven ausgedockt würde. Am 20. Februar werde in Berlin die Entscheidung fallen, wie es danach weitergehe.

Nach einer Betriebsratssitzung, einem Gespräch mit dem neuen Vorstand und einer Betriebsversammlung informierten Vertreter der IG Metall Küste kurz nach dem Aufheulen der Werksirene, mir der die Mittagspause angekündigt wird, über die aktuelle Situation der Elsflether Werft AG. Und die Gewerkschafter haben den Eindruck gewonnen, dass der neue Vorstand gute Arbeit macht. Das betonte Meinhard Geiken, Bezirksleiter IG Metall Küste.

Was passiert am Standort Elsfleth? Er distanziere sich von allen GmbHs, die rund um die Werft gegründet worden seien, so Ralf Templin auf Nachfrage der NWZ. Dazu werde er sich nicht weiter äußern. Und auch Meinhard Geiken sagte auf Nachfrage der Nordwest-Zeitung zu Korruptionsvorwürfen und dem bekannt gewordenen Firmengeflecht (dieNWZ berichtete), dass die Elsflether Werft im Vordergrund stehe. Alles andere müsse von der Staatsanwaltschaft aufgearbeitet werden. Zur Abberufung der beiden Werft-Vorstände merkte er an, dass bestimmt triftige Gründe dafür vorgelegen hätten. Der alte Vorstand habe für die Werft einen Schaden angerichtet, sagte er. Der neu einberufene Vorstand habe nun viel zu tun.

Der Gewerkschafter sprach von einer guten Atmosphäre und einem positiven Signal sowohl von Seiten des neuen Stiftungsvorstandes als auch des neuen Werft-Vorstandes. Allerdings trat der neue Vorstand der Werft nach der Versammlung nicht vor die Kameras und Mikrofone. Der neue Vorstand werde sich noch bedeckt halten, betonte Meinhard Geiken.

Neben Meinhard Geiken und Ralf Templin hatten Martin Schindler, Geschäftsführer IG Metall Wesermarsch, sowie Jochen Luitjens, Gewerkschaftssekretär IG Metall Wesermarsch, an den Gesprächen teilgenommen.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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