ELSFLETH Klein, aber fein ist der Wochenmarkt auf dem Rathausplatz. Hier trifft man sich zum Einkaufen und zum Klönschnack. Dazu gab es diesmal bei der Rollenden Redaktion der NWZ ausreichend Gelegenheit.

Zu den ersten Besuchern gehört Bürgermeister Diedrich Möhring. Er freut sich, dass die Rollende Redaktion erstmals in Elsfleth Station macht. Am Stand der NWZ macht ihm ein Zimmerergeselle auf Wanderschaft seine Aufwartung. Jan-Henrik Struzyk aus Berlin-Pankow ist mit einem Schiff von den Azoren nach Elsfleth gekommen, hat auf der Werft gearbeitet und will nun nach Bremen.

Zu den regelmäßigen Besucherinnen des Wochenmarktes gehört Ursula Niehaus aus dem schönen Neuenhuntorf. „Ich kaufe gerne hier ein“, sagt sie. Darüber freut sich Anne Carstens aus Neuenburg, sie verkauft seit 16 Jahren Geflügel auf dem Markt. „Es ist ein sehr schöner Markt mit lieben Kunden“, lobt sie. Dem will Veronica Kirchhoff nicht widersprechen. Die Blumenhändlerin ärgert sich jedoch über die Autofahrer, die trotz Absperrung über den Rathausplatz fahren, Kunden und Händler bedrängen.

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„Elsfleth ist eine schöne Stadt“, sagen Charlotte Pätzhold, Ursel Blockhus und Hannelore Kiczinski. Sie vermissen aber eine Busverbindung nach Oldenburg: „Einmal in der Woche, das wäre ja schon was.“ Mit dem Zug ist es umständlich und wegen der hohen Stufen für ältere Menschen zu beschwerlich. Hannelore Kiczinski ärgert sich über die Autos, die an der Kaje und am Schaart viel zu schnell fahren. Und Ursel Blockhus nimmt dann noch das Kopfsteinpflaster auf dem Rathausplatz ins Visier. Mit dem Rollator könne sie darauf kaum gehen.

Wie viele ältere Elsflether vermisst Ingrid Kopp ein Lebensmittelgeschäft in der Innenstadt. Der Weg nach Oberrege sei für sie als Fußgängerin zu weit. Ein Tante-Emma-Laden würde gut in die Fußgängerzone passen. Annemarie Wilkens wohnt in Lienen. Auch dort, sagt sie, würde sich ein kleiner Markt für den Einkauf des täglichen Bedarfs gut machen, und einen Briefkasten vermisst sie auch.

„Immer die gleichen Politiker-Bilder.“ Wilhelm Tjaden, Wahl-Elsflether seit sieben Jahren, hält mit seiner Zeitungs-Kritik nicht hinter dem Berg. So manchem Politiker, meint der 74-Jährige, würde es gut tun, einmal richtig zu arbeiten.

Rolf Zimmermann lebte viele Jahre in Großstädten, unter anderem in Los Angeles. Vor knapp einem Jahrzehnt ist der in der Filmbranche tätig gewesene Geschäftsmann mit seiner Frau in Neuenbrok ansässig geworden. „Ich konnte mir früher nicht vorstellen, was die Ruhe auf dem Lande für die Lebensqualität bedeutet“, berichtet der ehemalige Kosmopolit. Die Lebensqualität betont auch Anton Stindt. Darüber würde der ETB-Handballsportler auch gerne einmal mehr in seiner Zeitung lesen: „Die Leute sollten mal erzählen, warum sie gerne in Elsfleth leben.“

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