BRAKE Wenn ihr Heimatland an diesem Donnerstag gegen die Slowakei um den Einzug ins Achtelfinale der Fußball-WM kämpft, ist die Familie Zanini gerade auf der Autobahn in Richtung Italien unterwegs. 15 Jahre haben sie hier das Eiscafé „Italia“ betrieben. Nun sagen sie „Ciao Brake“. Aufgrund der wirtschaftlichen Perspektive in der Innenstadt und der Sehnsucht nach der Heimat zieht es sie zurück nach Italien.

„Wir haben schon länger mit dem Gedanken gespielt. Langsam komme ich in ein Alter, wo das Heimweh immer größer wird“, erzählt Francesca Zanini, deren Mann Silvano im November 1995 nach zuvor zehn Jahren in Heilbronn das „Italia“ übernommen hatte. Seine Frau war wenig später mit den Söhnen Yari (inzwischen schon 19) und Bryan (15) nachgekommen.

Der Entschluss zu gehen sei ihnen zwar auch nicht leicht gefallen, doch die negative Entwicklung in Brakes City, aus der sich nach und nach immer mehr Ladenbetreiber zurückziehen, habe den Entschluss beschleunigt. „Zehn Jahre lief unser Geschäft gut, danach wurde es weniger“, sagt Francesca Zanini.

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Ende August schließt auch die Buddelei ihre Filiale an der Breiten Straße. „Der Mietvertrag läuft aus. Letzter Verkaufstag ist der 28. August“, erklärt Anke Lohmann von der Firmenzentrale in Oldenburg. Man konzentriere sich nun auf die Niederlassung im Famila-Center. Nach den Umzug von Tinama-Moden in die Breite Straße 36 stehen derzeit auch die Geschäftsräume an der Nr. 12 leer. „Die Situation ist nicht so rosig. Es ist traurig – alles, was die Menschen in die Innenstadt zieht, wandert langsam ab“, so Francesca Zanini.

Gegen den Strom schwimmt dagegen Michael Jürgens, der das „Italia“ als Nachmieter übernehmen will. „Unterschrieben ist noch nichts, aber ich will dort ein Café und Bistro mit Mittagstisch einrichten“, so der Inhaber des Harrier Hofs, der in der Innenstadt bereits den „Harrier Shop“ und „Harrier Kajüte“ hat und das „Italia“ zur „Harrier Kombüse“ machen will: „Im Oktober oder November geht es los.“

Die Zaninis übernehmen in Italien dagegen nun ein florierendes Geschäft in der Nähe von Silvanos Heimatstadt im Nordosten Italiens. „Das Eiscafé ist das einzige im Umkreis von 40 Kilometern“, berichtet der 52-Jährige über das Geschäft in Avilla di Buia. „Das ist nicht wie hier in Deutschland, wo es in jeder Kleinstadt gleich mehrere gibt“, ergänzt seine drei Jahre ältere Frau, die „noch nie so viele Geschenke und Umarmungen wie in den vergangenen Tagen“ bekommen hat. „Viele sagen: ,Ciao Francesca! Schade, dass ihr weggeht’“, erzählt sie: „Das tut gut. Wir haben für unsere Kunden immer unser bestes gegeben.“

Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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