Einswarden Die Auswahl kann sich locker mit der in einem Fachgeschäft messen. Es gibt aber einen gravierenden Unterschied. Wer sich bei Second Design in Einswarden komplett einkleiden will, müsste mit einem 20-Euro-Schein locker hinkommen. Und vielleicht kann er sogar noch eine Tischdecke oder Spielzeug für seine Kinder mitnehmen.

Vor 15 Jahren wurde der Second-Hand-Laden in Einswarden gegründet. Gebrauchte, aber gut erhaltene Ware zum kleinen Preis – das gibt es in dem Geschäft, das aus dem Förderprogramm Soziale Stadt hervorgegangen ist. Inzwischen trägt es sich selbst – mal mehr und mal weniger gut. Und es ist weit mehr als ein Schnäppchenmarkt. Second Design ist ein Treffpunkt, ein Ort, der zum Verweilen einlädt, weil Klönschnack und Kaffee für die Ehrenamtlichen, die hier arbeiten, einfach dazugehören.

Second Design feiert am 19. Oktober

Seit 15 Jahren wird im Laden Second Design in der Heiligenwiehmstraße 14 in Einswarden 14 Mode zum Weitertragen angeboten. Der Geburtstag wird am Samstag, 19. Oktober, von 11 bis 17 Uhr gefeiert. Dazu sind alle Interessierten willkommen. Es gibt Suppe, Kaffee und Kuchen, Musik und Angebote für Kinder.

An fünf Tagen in der Woche ist der Laden geöffnet: montags und freitags von 14 bis 17 Uhr sowie dienstags, mittwochs und donnerstags von 9 bis 11.30 Uhr.

Ehrenamtliche gesucht: Für den Laden werden weitere Ehrenamtliche gesucht. Wer Interesse hat, kann sich an Andrea Franke vom Diakonischen Werk Wesermarsch unter Telefon   04731/360541 wenden.

Angebot erweitert

Träger des Ladens ist das Diakonische Werk Wesermarsch. 2004 wurde Second Design in einem leerstehenden Geschäftshaus an der Heiligenwiehmstraße eröffnet. Vier Jahre später lief der Mietvertrag aus. Der Laden zog in die Räume der Kirchengemeinde An den Wurten um. Vor fünf Jahren ging’s dann zurück ins Zentrum von Einswarden, in eine ehemalige Bank-Filiale. Und wegen der großzügigen Räume dort konnte der Laden sein Angebot deutlich erweitern.

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Und so gibt es hier Hosen, Jacken, Hemden, Schuhe und Pullover – das meiste zwischen drei und sieben Euro. Darüber hinaus Taschen, Gardinen, Bettwäsche, Bücher, Töpfe, Pfannen, Deko-Artikel und vieles mehr. Überwiegend werden im Laden gespendete Sachen verkauft. Nur gut erhaltene Ware kommt in die Regale und an die Kleiderständer. Was bei der Qualitätskontrolle durchfällt wird verpackt und an die Kleidersammlung nach Bethel geschickt. Auch Kommissionsware gehört zum Angebot bei Second Design. Vom Erlös behält der Laden 30 Prozent. Die Kunden kommen aus der ganzen Wesermarsch. Und es sind keineswegs nur sozial benachteiligte Menschen, die hier einkaufen.

Andrea Franke ist beim Diakonischen Werk Ansprechpartnerin, wenn es um ehrenamtliche Arbeit geht. Sie lobt die Ehrenamtlichen, die den Laden seit Jahren mit viel Herzblut am Laufen halten. „Ohne sie geht es nicht“, sagt Andrea Franke.

Sechs Frauen im Einsatz

Zu den Urgesteinen bei Second Design gehört Rosemarie Hall. Die 82-Jährige war schon bei der Eröffnung dabei. Ein Jahr später kam Rosemarie Mathes dazu. Die 86-Jährige erinnert sich noch genau daran, wie das passierte. „Ich bin mit meinem Hund spazieren gegangen und habe auf einem Aushang gesehen, dass für den Laden Verstärkung gesucht wird.“ Als Rosemarie Mathes im Laden nachfragte, hieß es: „Sie können gleich hier bleiben.“ Die Rentnerin, die vor 70 Jahren Verkäuferin gelernt hatte, blieb. Sie gehört zu einem sechsköpfigen Team von Frauen, das den Laden mit viel Leidenschaft schmeißt. Anfangs war er an drei Tagen in der Woche geöffnet. Inzwischen sind es fünf Tage. An jedem dieser Tage kommen durchschnittlich etwa 20 Kunden.

Finanziell ist das Projekt in Einswarden eine Gratwanderung. 2015 stand es kurz vor dem Aus, weil die Einnahmen die Kosten nicht deckten. Dank einer Spende aus der Hofmann-Förderstiftung konnte es aber weitergehen. Und ein Jahr später sicherten Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Blexen mit ihrem Ortskirchgeld die Existenz von Second Design.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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