Stadland Braucht eine unbewohnte Insel eine Ortswehr? Der Stadlander Gemeinderat meint: nein. Und deshalb hat er jetzt einmütig und ohne ein Wort der Diskussion die Ortswehr Strohauser Plate aufgelöst.

Schlick im Schuppen

Gemeindebrandmeister Jörg Wiggers findet das völlig in Ordnung, wie er am Freitag auf Nachfrage der NWZ  sagte. Selbstverständlich war der Schritt mit ihm und den verbleibenden vier Ortswehren – Rodenkirchen, Schwei, Seefeld und Reitland – abgesprochen.

Den Anlass bot der Rücktritt des Ortsbrandmeisters Jens Krautwald. Er hatte aus beruflichen und privaten Gründen darauf verzichtet, seine Amtszeit zu vollenden. Zudem war der Schuppen der Ortswehr auf der Weserinsel nach einer Überflutung mit Schlick verschmutzt und hätte saniert werden müssen.

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In dem Schuppen stand als einziges Gerät der Ortswehr eine Tragkraftspritze. Die spannten Bauern früher bei einem Brandeinsatz hinter einen Trecker und begannen die Löscharbeiten, bis die Feuerwehren vom Festland mit der Fähre übergesetzt hatten. Der letzte Brand war 1997 auf dem Bauernhof Lienemann, sagt Jörg Wiggers. Doch jetzt gibt es niemanden mehr, der ständig auf der Insel wohnt. Der einzige verbliebene Landwirt ist nur tagsüber da. Selbst der Naturschutzwart des Mellumrates ist abgezogen worden, weil der Landkreis den Betreuungsvertrag nicht verlängert hat (die NWZ  berichtete).

Die Ortswehr Strohauser Plate bestand aus je fünf Brandrettern der vier übrigen Ortswehren. Jetzt übernimmt die Ortswehr Rodenkirchen mit ihren insgesamt 63 aktiven Brandrettern diese Aufgabe. Dafür werde sie einen Einsatzplan erstellen.

Lange Anfahrt

Für die Gemeinde bringt die Auflösung der Ortswehr eine Ersparnis von 2500 bis 3000 Euro im Jahr, sagt Jörg Wiggers. Viel wichtiger ist aber, dass die Vorlaufzeiten künftig wieder dem Niedersächsischen Brandschutzgesetz entsprechen: Das sieht vor, dass die Ortswehr den Brandort 8 Minuten nach der Alarmierung erreicht. Das ist auf der Plate unmöglich.

Jörg Wiggers hält eine Vorlaufzeit von einer Stunde für realistisch. Denn die Feuerwehrfahrzeuge müssten ja erst auf die Insel geschafft werden – entweder mit der Fähre des einzigen Inselbauern oder mit der Weserfähre Golzwarden/Sandstedt.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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