Roddens 8874 Liter Milch gibt jede Butjadinger Kuh im Durchschnitt pro Jahr. Daniela und Ingo Neels aus Roddens können diese Marke locker toppen. Ihre Kühe bringen es auf 10 270 Liter pro Tier und Jahr. Das ist aber nur ein Grund, aus dem der Hof der Familie Neels gerade von der Landesvereinigung der Milchwirtschaft zu einem der 14 besten Milchviehbetriebe in Niedersachsen gekürt wurde.

Gute Behandlung, gutes Futter: „Wenn die Kuh sich wohlfühlt, gibt sie auch viel Milch“, weiß die 42-jährige Daniela Neels – die mit Landwirtschaft rein gar nichts am Hut hatte, ehe sie ihren Ingo kennenlernte. Sieben Jahre später kann sich die gelernte Konditorin längst kein anderen Leben mehr vorstellen. Besonders seit Stammhalter Marlon, zweieinhalb Jahre jung, auf der Welt ist. „Ich bin den ganzen Tag zu Hause, hab mein Kind immer um mich herum. Sonst würde ich Marlon erst sehen, wenn ich abends von der Arbeit komme“, nennt Daniela Neels einen der großen Vorteil ihres Daseins als Bäuerin.

Für Ingo Neels kam sowieso nie etwas anderes in Frage. Sein Großvater war Schlachter, betrieb Landwirtschaft im Nebenerwerb. Sein Vater Werner Neels baute den Betrieb auf, den Ingo Neels und seine Frau nun bewirtschaften. Der heute 35-Jährige absolvierte sein erstes Lehrjahr bei Henning Cornelius in Kleintossens, das zweite auf einem Hof in Hohenberge bei Varel. Danach besuchte er die Fachschule in Oldenburg, später eine weitere Schule in Bremervörde, die er als staatlich geprüfter Betriebswirt verließ.

Anschließend fing er zunächst als Angestellter bei seinem Vater an, gründete 2007 mit ihm eine GbR und wurde einer der beiden Gesellschafter, ehe er Ende Juni den Hof übernahm. An seinem Job stört Ingo Neels nur eines: die immer mehr zunehmende Bürokratie. Sie zwingt ihn, mehr Zeit am Schreibtisch zu verbringen als ihm lieb ist.

Der Arbeitstag der Familie Neels beginnt spätestens um 6 Uhr morgens. Dann werden in Arbeitsteilung die Kühe gemolken, die Liegeboxen gesäubert und die Kälber gefüttert. Um 8 Uhr wird Sohnemann Marlon geweckt, dann frühstückt die Familie gemeinsam, ehe sich Daniela und Ingo Neels den vielen anderen Arbeiten widmen, die es auf dem Hof zu tun gibt.

Und was macht den Betrieb nun so besonders, dass ihn die Landesvereinigung zu einem der 14 besten in ganz Niedersachsen gekürt hat? Das ist nicht alleine die hohe Milchleistung der Kühe. Ein wichtiges Kriterium, auf das die Jury bei einem ganztägigen Betriebsbesuch ein fachmännisches Auge geworfen hatte, ist auch Nachhaltigkeit. Und da waren die Prüfer bei der Familie Neels genau an der richtigen Adresse. So kühlen die Eheleute beispielsweise ihre Milch mit Wasser auf die erforderlichen 4 Grad herunter. Womit Nachhaltigkeit im doppelten Sinne gewährleistet ist: Das besondere System hilft, Strom zu sparen. Zudem wird das Kühlwasser anschließend an die Kühe vertränkt, also wiederverwertet.

In den Ställen des Betriebes brennen teilweise stromsparende LED-Lampen. Es wären längst mehr, wenn nicht auch der Familie Neels der in den Keller gesunkene Milchpreis einen Strich durch die Finanzplanung gemacht hätte.

Zum Glück hat der Milchpreis sich inzwischen einigermaßen erholt. So können auch Daniela und Ingo Neels wieder nach vorne schauen. Und genau das wollen sie auch tun. Denn nächstes Jahr verleiht die Landesvereinigung erneut „Goldene Olgas“, und dann wollen die Roddenser wieder ganz vorne mitspielen. Dass sie sich in diesem Jahr hatten platzieren können, verstehen sie nicht nur als Auszeichnung – sondern auch als Ansporn, noch eine Schippe drauf zu legen.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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