NORDENHAM 80 Jahre sind kein Jubiläum, aber doch ein stattlicher runder Geburtstag. Und den will der Kleingärtnerverein Blüh auf an der Walther-Rathenau-Straße feiern – als Sommerfest mit vielen Gästen. Für Sonnabend, 14. Juli, ist eine eher interne Feier geplant, für Sonntag, 15. Juli, hofft der Verein auf großen Zustrom auch von Nichtmitgliedern.

Wie die Queen

„Wir machen‘s wie die Queen und feiern unseren Geburtstag, wenn das Wetter gut ist“, sagt der Erste Vorsitzende Werner Bolles. Denn der eigentliche Gründungstag ist der 26. Oktober 1932. An diesem Tag vor 80 Jahren, mitten in der Weltwirtschaftskrise und kurz vor dem Untergang der Weimarer Republik, versammelten sich 26 Nordenhamer, hauptsächlich Industriearbeiter aus den Hüttenbetrieben und den Kabelwerken, im Gasthaus Zukunftsecke (heute Akropolis), um die Laubenkolonie Nordenham-Nord zu gründen. Die Stadt hatte südlich des Flagbalger Siels Gelände zur Verfügung gestellt.

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Zu Anfang war die Kolonie eine Genossenschaft. Die ersten Mitglieder bauten auf ihren Parzelle vor allem Obst und Gemüse zur Selbstversorgung an. Am 4. Januar 1942 wandelten die Schreber ihre Genossenschaft auf Druck der Nazis in einen Verein um und gaben ihm den Namen Blüh auf, sagt der Zweite Schriftführer Werner Speckels.

1947 wurde das Gelände nach Süden erweitert, die Kleingärtner pachteten dafür Land von einem Bauern. Diese Größe, insgesamt 5,6 Hektar, hat die Anlage bis heute behalten.

Auch in anderer Beziehung entwickelte sich Blüh auf weiter. Aus einem hölzernen Geräteschuppen entstand die erste Laube, bald war jede der 90 Parzellen mit einer kleinen Unterkunft bebaut. 1954 errichteten Schreber das Vereinsheim; es bestand aus 12 000 Steinen, die aus einem abgebrochenen Haus stammten. Ein Jahr später feierten die Schreber das erste Lampionfest unter dem Motto „Blüh auf in Flammen“. Bis in die 70er Jahre war es eines der größten Feste in Nordenham.

Mit zunehmender Freizeit bekamen die Ziergärten einen immer größeren Anteil. Aber bis heute bauen die Kleingärtner ihr eigenes Obst und Gemüse an – manche in einem kleinen Gewächshaus. „Das selbst gezogene Gemüse ist nicht unbedingt billiger als das vom Wochenmarkt, aber es schmeckt besser“, sagt Dieter Bolles.

Heute hat der eingetragene Verein noch 73 Parzellen zu je etwa 450 Quadratmetern, 5 von ihnen sind frei. Die Pacht kostet zwischen 190 und 220 Euro im Jahr, dazu kommen – nach einigen ärgerlichen Erfahrungen mit Mietnomaden – 250 Euro Kaution. Die Laube müssen die Pächter vom Vorbesitzer kaufen. Je nach Zustand kostet sie zwischen 1000 und 5000 Euro, manchmal wird sie auch kostenlos abgegeben.

Viele Rentner

Dieter Bolles sieht seine Kleingarten-Anlage als ein Stück heile Welt. Die Einwanderer – ein junges türkischstämmiges Paar und neun Familien aus Usbekistan und Kasachstan – seien gut integriert. Größtes Problem ist der demografische Wandel: Jeder dritte Blüh-auf-Schreber ist über 60 Jahre alt, jeder sechste über 70.

Am Sonnabend, 14. Juli, gibt es ab 14 Uhr Kaffee und Kuchen, anschließend wird gegrillt. Die langjährige Vereinswirtin Erika Herbold wird geehrt.

Am Sonntag, 15. Juli, beginnt um 7 Uhr der Aufbau für den Flohmarkt. Dieter Bolles nimmt unter Telefon 0171/27 18 490 Anmeldungen an. Gegen 10 Uhr öffnet der Flohmarkt, gleichzeitig beginnt ein Frühschoppen mit Freibier. Um 14.30 Uhr beginnt das Nachmittagsprogramm: Heiko Bahlmann vom Zirkus Fantaasi bietet Spiele für Jung und Alt, die Jugendfeuerwehr bringt Wasserspiele mit, ein Luftballon-Weitflug startet. Die ganze Zeit gibt es Kaffee, Kuchen und Gegrilltes.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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