RUHWARDEN Die unbeschreibliche Leidenschaft für ihre Heimat mit ihrer so eigenen Sprache, ihrer Geschichte und ihrer Natur sind Hans Hermann Francksen und Jens Dircksen gemein. Und dennoch sind beide grundverschieden. Der eine arbeitete als Autodidakt akribisch die letzten 400 Jahre der Geschichte der Bauernschaften Butjadingens auf und hat mit seinem 1987 erschienenen Buch „Butjadingen“ ein Standardwerk für seine Region geschaffen. Der andere, studierter Biologie und Vollblutpädagoge, machte den Lebensraum Wattenmeer zu seiner Lebensaufgabe und veröffentlichte 1988 das Standardwerk „Land Wursten – Bilder aus der Geschichte einer Marsch“.

Beide, denen Anspannung, Nervosität, aber auch Dankbarkeit deutlich ins Gesicht geschrieben waren, standen jetzt im Mittelpunkt: Der Vorsitzende des Rüstringer Heimatbundes, Hans-Rudolf Mengers, und der Stellvertretende Landrat der Wesermarsch, Horst Kortlang (FDP), einerseits, die Vorsitzende des Heimatbundes der Männer vom Morgenstern, Dr. Nicola Borger-Keweloh, und die Stellvertretende Landrätin des Landkreises Cuxhaven, Ute Hansmann (CDU), andererseits überreichten beiden während eines Festaktes im Bremerhavener Schifffahrtsmuseum den Hermann-Allmers-Preis 2011.

26 Mal wurde dieser Preis seit 1957 bereits vergeben, doch würdigte er bis dato immer nur Heimatforscher östlich der Weser. Erstmals in diesem Jahr wurde auch das Butjadinger Land mit einbezogen, um so „ein Zeichen für kulturelle Zusammenarbeit im gesamten Unterweserraum zu setzen“. Erstmals – und ausnahmsweise – wurde die Anerkennung deshalb auch geteilt.

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Der Marschendichter Hermann Allmers habe immer schon die gemeinsame Kultur hüben wie drüben der Weser gesehen, so sei es nur folgerichtig gewesen, auch bezüglich des ihm gewidmeten Preises jetzt über den Tellerrand hinauszublicken und die Butjadinger mit einzubinden, erklärten die beiden Stellvertretenden Landräte Kortlang und Hansmann unisono.

Der Vorsitzende der Rüstringer, Mengers, würdigte in seiner Laudatio für den 93-jährigen Hans Hermann Francksen dessen Werk als ein „Lebenswerk von großer Wahrheit und Verlässlichkeit“. Obwohl in Bremen geboren und heute in Oldenburg lebend, sei Francksen immer ein Kind Butjadingens gewesen und geblieben.

Bis 1976 hatte er als Landwirt in Ruhwarden den stattlichen Familienbesitz bewirtschaftet. Mit Eintritt in den Ruhestand fand er Zeit für seine Heimatforschung. Sein Betätigungsfeld wurde der gesamte Siedlungsraum Butjadingens. Es gelang ihm auf etwa 2200 Seiten, die Geschichte aller 13 Bauernschaften nachzuzeichnen.

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