Schwei „Das ist eine spontane Aktion“, sagt Susanne Schirmer. Gemeinsam mit sieben weiteren Schweier Bürgern ist sie Dienstagvormittag zur Schweier Filiale der Raiffeisen-Volksbank Varel-Nordenham gekommen. Im Auftrag von insgesamt 50 Schweiern überreichen sie ein Präsent. Es ist ein Zeichen des Dankes und der Wertschätzung für Bankmitarbeiterin Angela Pfefferkorn (42). Für sie ist es der letzte Arbeitstag in Schwei.

Ab diesen Mittwoch steht den Kunden der Genossenschaftsbank in Schwei weder Angela Pfefferkorn noch ihr Vertreter Hergen Schmidt (46) als Kundenberater zur Verfügung. Die Filiale ist jetzt eine reine Selbstbedienungsfiliale.

Das bedauern und kritisieren viele Schweier Bürger. Den SB-Bereich mit Kontoauszugsdrucker und Geldautomaten halten sie für nicht ausreichend. „Für den Ort ist ganz schlecht, dass keine Servicekraft mehr da ist, zumal Angela Pfefferkorn ganz offen, auf Bürger zugehend und hilfsbereit war“, sagt Susanne Schirmer. Besonders ältere Bürger seien auf einen Ansprechpartner angewiesen. Bedauerlich sei auch, dass ein Bareinzahlungsgerät fehlt.

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Durch die Umwandlung der Raiffeisenbank-Filiale in eine Selbstbedienungsfiliale stirbt auch nach Einschätzung von Tim Spiekermann, Inhaber einer EDV-Firma, ein Stück von Schwei.

„Das ist nicht nur für ältere Mitbürger schlecht, sondern auch für uns, weil wir nun das Wechselgeld für unser Geschäft aus den Filialen in Seefeld oder Rodenkirchen besorgen müssen“, sagt Martina Wiese von der Landschlachterei Wiese in Schwei.

„Ich bin völlig sprachlos, völlig überwältigt“, reagiert Bankmitarbeiterin Angela Pfefferkorn auf den völlig überraschenden Besuch und die Präsentübergabe. „Du hast uns am Herzen gelegen“, erklärt ihr eine Schweierin.

Sie sei nahezu vier Jahre in Schwei tätig und habe sich hier vom ersten Moment an wohl gefühlt. „Das war familiär“, sagt die Bankmitarbeiterin, die nach wie vor in Varel wohnt und nun neue Aufgaben in der Vertriebsunterstützung und im Marketing in der Bankzentrale in Varel übernehmen wird. Auf Nachfrage der NWZ  bestätigt Angela Pfefferkorn: „In Schwei gibt es eine unglaublich starke Dorfgemeinschaft.“

Die Raiffeisenbank will nun den SB-Bereich in Schwei erweitern und modernisieren. Die Immobilie soll verkauft werden.

Wie berichtet, führt die Raiffeisen-Volksbank Varel-Nordenham diese Gründe für die Umwandlung ihrer Schweier Filiale in eine Selbstbedienungsfiliale ins Feld: die meisten Kunden nutzten für ihre Bankgeschäfte bereits die Automaten; die Kosten für die Filiale stünden in keinem angemessenen Verhältnis zur Kundennutzung; zudem wären umfangreiche Renovierungsarbeiten nötig. Kunden, die eine persönliche Beratung wünschen, könnten die nächst gelegenen Filialen in Seefeld oder Rodenkirchen aufsuchen.

Für viele Schweier ist dies nicht ganz nachvollziehbar. Sie fragen sich, so hieß es am Dienstag, warum die Genossenschaftsbank nicht den Servicebereich um ein Büro vergrößern könne, das zweimal in der Woche mit einer Servicekraft vor Ort besetzt werden könnte?

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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