NORDENHAM „Das ist das Mindeste: Faire Löhne – Gute Arbeit – Soziale Sicherheit“ lautete das Motto der traditionellen Maikundgebung des DGB-Ortsverbandes Nordenham. Dessen Einladung in die Jahnhalle folgten am Maifeiertag rund 200 Gewerkschaftler und Arbeitnehmer. Rund 100 von ihnen nahmen zuvor am Demonstrationsmarsch durch die Nordenhamer Innenstadt teil.

„Wir sind heute alle Ehrengäste. Das haben wir uns am 1. Mai verdient“, sagte Elfi Hausmann. Die Vorsitzende des DGB-Ortsverbandes Nordenham beließ es aber nicht nur bei der Begrüßung der Kundgebungsteilnehmer.

Das Eindämmen der Leiharbeit, gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit, einen gerechten Mindestlohn und mehr Ausbildungsplätze mit anschließender Übernahme in ein sozialverpflichtenden Arbeitsverhältnis forderte Elfi Hausmann. Sie warb für mehr Chancengleichheit statt soziale Auslese und für ein einheitliches Bildungssystem in Deutschland, was auch kostengünstiger wäre. Zudem müsse die Umwelt wieder in Ordnung gebracht werden.

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In einem gelungenen Beitrag unter dem Motto „Operation Übernahme“ warben Mitglieder des Jugendausschusses der Industrie-Gewerkschaft (IG Metall) für gute und sichere Arbeitsplätze, die das Fundament für die Lebensplanung jüngerer Menschen seien. Dauerpraktika und befristete Übernahmen seien keine Lösungen.

Von der Politik und den Arbeitsgeben forderten die jungen Metaller Rahmenbedingungen, die sich nicht nur an die Unternehmer, sondern auch an die Bedürfnisse gerade von Berufseinsteigern orientierten. Dazu gehöre auch die Chancengleichheit durch eine bessere Bildung für alle sozialen Schichten.

Bürgermeister Hans Francksen nahm die Vorlage der Jugendlichen auf und sprach sich gegen eine Wirtschaftspolitik aus, die ein Volk von Wanderarbeiters schafft. Dadurch bliebe die Kultur, der Kitt der Gesellschaft, auf der Strecke. In diesem Zusammenhang prangerte das Stadtoberhaupt an, dass der weit überwiegende Teil der Pädagogen des Nordenhamer Gymnasiums nicht in der Region wohne. So könne Kultur und Bildung auch nicht funktionieren.

Kämpferisch zeigte sich Festredner Dieter Knutz. Der Bezirksvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) prangerte die Politik der Bundesregierung an. Deren Programme seien eine Fortsetzung des Sozialabbaus. „Nicht die Aktienspekulanten, sondern die Arbeitskräfte sind der Motor der Wirtschaft“, sagte Dieter Knutz.

Er beklagte ein zunehmendes Auseinanderklaffen der Schere zwischen arm und reich, was auch zu einer steigenden Kinderarmut geführt habe. Mit dem Umverteilung von unten nach oben müsse endlich Schluss sein, forderte die GEW-Funktionär. Nicht die Arbeitslosen, sondern die Arbeitslosigkeit müsse bekämpft werden.

Dieter Knutz sprach sich auch für einen sofortigen Atomausstieg aus. Gewinner der abgeschriebenen Atommeiler seien nur die Energieunternehmen. Die Zeche müsse letztlich der Staat und damit seine Bürger zahlen, denn die Kosten für die Endlagerung und mögliche Gesundheitsschäden belasteten die Volkswirtschaft. Dieter Knutz rief auf, den Kampf für Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit fortzusetzen und das nicht nur am 1. Mai.

Hatte beim Demonstrationsmarsch die Trommlergruppe Pica-Pau-Do-Norte für rhythmische Klänge gesorgt, so begleitete die Gruppe Jasch die Kundgebung in der Jahnhalle musikalisch. Passend zum Motto der Veranstaltung präsentierten die Musiker auch einige selbst verfasste sozialkritische Lieder wie den Leiharbeiter-Blues. Es war einmal mehr ein sehr gelungener Auftritt der Gruppe.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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