NORDENHAM Seit 1933 ist der Muttertag in Deutschland ein offizieller Feiertag. Sein Ursprung liegt in den USA. Im Jahr 1908 wurde im US-Bundesstaat West Virginia zum ersten Mal den Müttern dieser Welt offiziell ein Tag gewidmet. Die Begründerin ist die Amerikanerin und Feministin Anna Jarvis. Sie kämpfte für die gesellschaftliche Anerkennung aller Mütter und setzte schließlich einen Gedenktag durch, den sie als Zeichen der Liebe und Verehrung verstand. Eine Kommerzialisierung des Muttertages hatte sie allerdings nie gewollt. Ihr Bemühen, das zu verhindern, blieb aber erfolglos.

Für die 28-jährige Jasmin Steinfeldt überwiegt immer noch der ideelle Wert. Sie verbindet mit dem Muttertag vor allem die Nähe zur Mutter. „Ich finde es gut, dass man an einem Tag der Mutter das zurückgeben kann, was sie für einen getan hat.“ Die Erzieherin verschenkt am Muttertag Süßes, Blumen oder einen Gutschein. „Das Schenken muss aber auch nicht sein“, fügt sie hinzu. „Am Muttertag zusammen zu sein, das ist wichtiger als die Geschenke.“

Auch der 46-jährige Ingo Broer findet es gut, dass es den Muttertag gibt. Für ihn ist es selbstverständlich, eine Karte zu verschicken oder anzurufen. Seine zwei Kinder, 14 und 16 Jahre alt, nehmen es mit dem Tag nicht ganz so genau, erzählt der Augenoptiker. „Sie vergessen auch schon mal den Muttertag, aber das ist ja ganz normal in dem Alter.“

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Ursula Jantzen sieht den Muttertag vor allem kritisch. „Ich halte das für Blödsinn“, sagt sie. „Dass man nur diesen Tag heiligt und danach alles vergisst, das finde ich nicht gut.“ Ihr ist es wichtig, dass sie sich nicht nur am Muttertag gut mit ihrem Sohn versteht, sondern jederzeit, erzählt sie. Der Muttertag ist für Ursula Jantzen ein Tag wie jeder andere. „Es muss jeder für sich entscheiden, aber meinetwegen bräuchte es den Muttertag nicht geben.“

Die Schülerin Sarah Kanopka dagegen findet den Muttertag wichtig. Sie sieht ihn als Anlass, der eigenen Mutter das zurückzugeben, was sie für einen als Kind getan hat. Jedes Jahr zum Muttertag legt sie einen Strauß Rosen an das Grab ihrer Mutter, erzählt die 18-Jährige. „Ich verbinde mit dem Tag die Liebe zur Mutter und denke an die schönen Zeiten.“

Auch Manuela Jessen befürwortet den Muttertag. „Ich versuche immer, daran zu denken und meiner Mutter zum Beispiel einen Blumenstrauß zu schicken“, sagt die 31-Jährige und Mutter von zwei Kleinkindern. „Ich finde es gut, dass das Augenmerk der Gesellschaft auf die Mütter gelenkt wird, die doch viel leisten müssen.“ Die kommerzielle Seite stört sie dabei nicht so sehr.

Ähnlich kritisch wie Ursula Jantzen sieht auch Siegbert Oertelt den Muttertag. „Man macht es halt“, sagt der 61-Jährige. Er gehe seine Mutter lieber öfter besuchen – einfach so. „Der Sinn ist gut, aber die Geschäftemacherei ist daneben.“

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