Ein zusätzlicher Händler bereichert ab Freitag, 16. Januar, den Nordenhamer Wochenmarkt. Die Firma Spiekermann & Söhne aus Schwanewede bietet internationale Wurst- und Schinkenspezialitäten sowie Käse und Salate an.

Marktleute sind hart im Nehmen und stellen sich auf jedes Wetter ein. Doch ab minus 10 Grad wird’s kritisch.

Von Norbert Hartfil

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Nordenham Heiko Stubben braucht schon ein bisschen Zeit, um aufzuzählen, was er alles angezogen hat. Seine Winterausrüstung besteht aus einem Unterhemd, drei T-Shirts, einem Rolli, einem dicken Pullover, zwei langen Unterhosen, zwei Paar Socken und gefütterten Halbstiefeln. „Ich hab’ mich wie eine Zwiebel eingepackt“, sagt der Bäckermeister aus Augustfehn. Die frostsichere Thermoausstattung muss auch sein, denn Heiko Stubben gehört zu den hartgesottenen Wochenmarkthändlern, die bei jedem Wetter ihrem Freiluft-Job auf dem Nordenhamer Marktplatz nachgehen.

Der Stand der Bäckerei Ripken, für die Heiko Stubben tätig ist, lockt an kalten Tagen besonders viele Kunden an. Denn neben dem Verkaufstresen befindet sich ein Ofen mit einem offenen Feuer. „Da wärmen sich die Leute gerne auf“, weiß Marktmeisterin Regina Lindhorst.

In den Wintermonaten verringert sich die Stammbelegung auf dem Wochenmarkt erheblich. Von den rund 40 Händlern, die im Sommer vor Ort sind, harrt in der kalten Jahreszeit etwa die Hälfte aus. Am vergangenen Dienstag, als die Temperaturen am frühen Morgen auf minus 11 Grad gefallen waren, bauten nach Regina Lindhorst Angaben nur 14 Marktleute ihre Stände auf.

Auch der Kartoffelhändler Heinrich Schröder aus Ellwürden ist am Dienstag zu Hause geblieben. Denn es bestand die Gefahr, dass die Kartoffeln gefrieren. „Bei Minustemperaturen verwandelt sich die Stärke in Zucker“, sagt Heinrich Schröder. Um das zu vermeiden, muss er die Knollen vor Frost schützen. Dafür hat Heinrich Schröder seinen Verkaufswagen mit einer Gasheizung ausgestattet. „Ich steh’ draußen in der Kälte, und die Kartoffeln haben es schön warm“, schmunzelt der Ellwürder. Doch der Heiztechnik sind Grenzen gesetzt. Ab 10 Grad minus streicht Heinrich Schröder die Segel und verzichtet auf den Markttag. Was übrigens äußerst selten vorkommt.

Blumen sind empfindlich

Für Blumen wird es schon kritisch, wenn die Temperaturen gerinfügig unter den Gefrierpunkt sinken. Deshalb sind an Frosttagen fast keine Blumenverkäufer auf dem Marktplatz anzutreffen. Eine Ausnahme ist Heinz-Gerd Abbenseth. Der Rodenkircher verfügt über beheizbaren und gut isolierten Verkaufswagen. Wenn’s draußen frostig wird, holt er die Blumen ins Warme. Und der Händler ist auch ganz froh, dass er zwischendurch am Gasofen auftauen kann. Heinz-Gerd Abbenseth hat stets das Thermometer im Blick. Denn er weiß, dass empfindliche Schnittblumen schon bei einem Grad minus die Köpfe hängen lassen. „Da muss man ziemlich genau sein“, sagt der Rodenkircher. Damit die Kunden sie bei Eiswetter heil nach Hause bekommen, wickelt Heinz-Gerd Abbenseth die Blumen dick mit Zeitungspapier ein.

Aufbau beginnt um 4 Uhr

Vorsichtig müssen auch die Obst- und Gemüsehändler sein. Besonders kälteempfindlich sind die Bananen. „Bei null Grad ist die Grenze“, sagt Horst Turkowski, „dann werden sie schwarz.“ Zitrusfrüchte hingegen sind widerstandsfähig und können Minustemperaturen durchaus ertragen. An den Markttagen fährt Horst Turkowski um Mitternacht in Oldenburg los und steuert zunächst den Großmarkt in Bremen an. Gegen 4 Uhr trifft er mit seinen Mitarbeitern in Nordenham ein und baut den Stand auf. Dass es dann lausekalt ist, stört ihn nicht: „Man muss sich eben warm arbeiten“, sagt Horst Turkowski, „und immer in Bewegung bleiben.“ Er findet Regen „viel schlimmer“ als Kälte.

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