RODENKIRCHEN Die grauen Wolken ziehen tief über Rodenkirchen hinweg. Sie bringen den Regen. Es nieselt. Dieses Schmuddelwetter hebt nicht gerade die Laune der Menschen, die trotzdem unterwegs sind. Und bei einigen ist die Stimmung noch zusätzlich getrübt. Für sie ist das wohl endgültige Aus des Kernkraftwerks Unterweser ein harter Schlag. „Die gesamte Region hat davon gelebt“, sagt Richard Hemme (72) betroffen. Die Menschen würden es spüren, alles werde weniger.

Richard Hemme denkt dabei an die Gewerbetreibenden und die Familien, die vom Kraftwerk abhängig sind. Sie müssten sicherlich finanzielle Einbußen hinnehmen und sich um ihre Arbeitsplätze sorgen. Die Auswirkungen für seinen Hotelbetrieb seien noch nicht abzusehen, merkt er an. Er rechnet jedoch mit Einbrüchen. Es sei sehr traurig, pflichtet ihm seine Frau Hanna Hemme (69) bei. An die Konsequenzen für Rodenkirchen mag sie nicht denken. Das unüberlegte Aus für das KKU sei eine Schraube ohne Ende. Betroffen seien Jung und Alt. Der mögliche Wegfall an Ausbildungsplätzen im KKU wiegt ihrer Meinung nach schwer.

Die Meinung unter den befragten Jugendlichen ist gespalten. Für René Klink zeichnet sich eine positive Entwicklung ab. „Atomkraft finde ich nicht gut“, sagt der 13-Jährige selbstbewusst und begrüßt die Schließung des Kernkraftwerks. Am Beispiel Fukushima könnte man die Auswirkungen eines schweren Unfalls ja sehen. Es lebe sich nun sicherer in Stadland, ist der Schüler überzeugt.

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Auch Yanneck Buss (14) möchte, dass alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Sie seien nicht sicher, ist er überzeugt. Stattdessen sollten die Erneuerbaren Energien gefördert werden. Der Wind- sowie der Solarkraft gehörten die Zukunft.

Dass die Strompreise steigen werden, merkt Andreas Ruhl (20) an, der der Kernkraft zwiespältig gegenüber steht. Er sieht die Gefahr, aber auch den Nutzen. Und Jessica Schnitger (15) erinnert an die Arbeitsplätze, die durch das Aus verloren gingen, und an die betroffenen Familien, die damit klarkommen müssten.

Ein deutliches Votum für die Kernkraft gibt Michael Gassner (18) ab. Wenn alle Kernkraftwerke abgeschaltet würden, müsste Strom aus dem Ausland gekauft werden. Höhere Energiekosten wären seiner Meinung nach die Folge. Nach seinen Worten gibt es Menschen, die sich das auf Dauer nicht mehr leisten könnten. „Das hätte so bleiben sollen“, ergänzt Stefan Ruhl (16) und meint den Weiterbetrieb des KKU. Die Strompreise werden seiner Meinung nach ansteigen.

Wie soll es weitergehen ohne das Kernkraftwerk? Diese Frage stellt sich Manuela Manzke (41). Und auch die Frage nach einer möglichen Weiterbeschäftigung der Mitarbeiter. „Dass es so viele Familien trifft“, merkt die Geschäftsfrau an. Ihrer Meinung nach wird es keine neuen adäquaten Arbeitsplätze in der Region geben. Und auch der Tourismus könnte das nicht auffangen. Sie hofft, dass die Windkraft ausgebaut wird.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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