Frage: Herr Hullmann, wie wirkt sich die Corona-Krise auf Ihr Geschäft aus?
Hullmann: Der Umsatz ist massiv eingebrochen. Das gilt für die gesamte Branche. Dabei ist genug Fisch da, dasselbe gilt für Krabben- und Muschelfischerei. Aber wir können es aktuell nicht umgehend verkaufen.
Frage: Mit welchen Maßnahmen versuchen Sie, den Verlusten entgegenzusteuern? Und können Sie diese überhaupt ausgleichen?
Hullmann: Eigentlich müsste man die Tür abschließen, Insolvenz anmelden und in sechs Monaten wieder von vorn beginnen. Stattdessen versuchen wir erstmal, durch Außerhausverkauf den Laden aufrecht zu erhalten, sozusagen MacDonalds mit Fisch. Aber das sind vielleicht zehn Prozent von dem Mittagsgeschäft, das wir zu normalen Zeiten haben. Und das holen wir auch nicht wieder auf – niemand kommt nach der Krise statt einmal dann gleich dreimal zu uns, um zu essen. Die Verluste gleiche ich aktuell mit meinem Privatvermögen aus, damit ich meine Angestellten überhaupt weiter beschäftigen kann.
Frage: Wie lange, glauben Sie, können Sie das längstens durchhalten?
Hullmann: Wenn wir mit unserem Fischwagen vor der Tür und dem Außerhausverkauf aus dem Fenster heraus einigermaßen kostendeckend arbeiten können, dann hoffe ich, damit die Krise zu überstehen. Aber niemand weiß ja, wie lange es dauert.
Frage: Welche Hilfen erhoffen Sie sich in diesem Zusammenhang schnell und unbürokratisch vom Land bzw. Bund?
Hullmann: Das einzige, was wirklich hilft, ist geschenktes Geld für jeden betroffenen Betrieb, vielleicht für zwei bis drei Monate. Und dann muss es schnell und unbürokratisch gehen. Im Moment muss ich erstmal vier Seiten ausfüllen, damit geprüft werden kann, ob und wie viel Geld ich überhaupt bekomme. Und bei den angekündigten Krediten muss die Hausbank zehn Prozent des Risikos tragen. Da weiß im Moment niemand, ob das im Bedarfsfall tatsächlich geschieht.
Frage: Wie sieht idealerweise für Sie ein „Ausstiegsszenario“ aus – also wie könnte eine (langsame) Rückkehr zur „Normalität“ für Ihr Geschäft bzw. Ihre Branche aussehen?
Hullmann: Ganz ehrlich: Da habe ich auch noch keine Lösung.
Torsten Wewer Elsfleth / Redaktion Brake
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