BLEXEN Kronos Titan im Aufschwung: Jede produzierte Tonne ist gefragt und die Verkaufspreise sind sehr gut. So fasst Ausbildungsleiter Hergen Thien die Auftragslage zusammen. 2009 hatte Kronos Titan als Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise für einige Monate Kurzarbeit anmelden und die Produktion auf ein Drittel zurückfahren müssen. „Jetzt brummt es wider“, sagt Hergen Thien. Dennoch ist das Werk in Blexen nicht frei von Sorgen: Es wird immer schwieriger, qualifizierte Bewerber für den Beruf des Chemikanten zu finden.

Auch für die Xstrata Zink GmbH in Nordenham sowie Betriebe in Wilhelmshaven und Oldenburg wachse die Sorge um eine ausreichende Zahl geeigneter Bewerber, berichtet Hergen Thien.

Auch Eisensalze

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Kronos Titan produziert in Blexen Titandioxid als Pulver. Dieses Weißpigment wird Farben und Lacken beigemischt, die vor allem in der Auto- und der Bauindustrie eingesetzt werden – aber zum Beispiel auch in der Kunststoff- und Pharmaindustrie. Bei der Produktion von Titandioxid fallen Eisensalze an, die vor allem in Kläranlagen zur Wasserreinigung verwendet werden.

Laut Hergen Thien werden weltweit jährlich etwa fünf Millionen Tonnen Titandioxid benötigt. Kronos Titan habe mit sechs Betrieben eine Produktionskapazität von 500 000 Tonnen, somit einen Marktanteil von etwa zehn Prozent. Das Werk in Blexen produziere etwa 65 000 Tonnen.

In Blexen sind 370 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 18 Auszubildende. Fünf der Auszubildenden sind jetzt neu eingestellt worden. Zwei Industriemechaniker beginnen ihr erstes von dreieinhalb Ausbildungsjahren am 8. August allerdings nicht im Werk von Kronos Titan, sondern bei Premium Aerotec in Einswarden, weil Kronos Titan keine Ausbildungswerkstatt hat.

Drei neue Auszubildende für den Chemikanten-Beruf beginnen am 1. September. In ihrem ersten Ausbildungsmonat wird ihnen Dr. Wolfgang Meiners in der Umweltstation in Iffens die Grundkenntnisse der Chemie vermitteln.

Für die jährlich zwei neuen Ausbildungsstellen im Beruf des Industriemechanikers erhält Kronos Titan jedes Jahr etwa 60 Bewerbungen. Für die drei Chemikanten-Stellen sind es nur 25 bis 30.

Einstellungstest

Voraussetzung für beide Ausbildungsgänge ist der Realschulabschluss. In der Endauswahl entscheidet ein Einstellungstest.

Vor einem Jahr hat Kronos Titan erstmals zwei weibliche Auszubildende eingestellt. Diesmal lag keine der weiblichen Bewerber beim Einstellungstest weit genug vorne.

Ein Chemikant hat nichts mit dem Labor zu tun, sondern ist in der Produktion tätig. Es handele sich um einen interessanten technischen Beruf, sagt Ausbildungsleiter Hergen Thien. Vielleicht sei das zu wenig bekannt und deshalb die Zahl an qualifizierten Bewerbungen so gering. Vielleicht sei auch Schichtarbeit nicht so gefragt.

Die neuen Auszubildenden haben bereits ein Praktikum bei Kronos Titan absolviert und finden die Arbeit in verschiedenen Produktionsbereichen sehr abwechslungsreich. Sie vermuten, dass viele Bewerber einen falschen Eindruck haben und meinen, ein Chemikant sitze nur im Labor oder habe mit chemischen Formeln zu tun. Viele wüssten nicht, dass Chemikanten die Anlagen im Werk bedienen.

Mit einer Ausnahme kommen alle fünf neuen Auszubildenden aus Nordenham.

  Industriemechaniker: Jens Büsing und Jannes Nordhausen.

  Chemikanten: Steven Breit aus Stuhr, Jonas Kunze und Timo Moriße.

Nach einer erfolgreichen Ausbildung haben sie gute Chancen, übernommen zu werden. „Wir bilden nach Bedarf aus. Die fünf jungen Leute möchten wir auch gerne später einsetzen“, sagt Hergen Thien.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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