Butjadingen Wohnbautätigkeiten hat es in der Gemeinde Butjadingen in der jüngsten Vergangenheit immer wieder gegeben. Und es stehen auch einige Investoren mit neuen Projekten in den Startlöchern. Dabei ging und geht es jedoch in aller Regel um Einfamilienhäuser und hochwertige Ferienimmobilien.

Mietwohnungen sind dagegen in der Gemeinde Mangelware – vor allem solche, die bezahlbar sind. Das beklagt unter anderem die Gleichstellungsbeauftragte Karin Herrmann. Und Makler bestätigen es. Die Gemeinde sieht wenig Möglichkeiten, gegenzusteuern. Um sozialen Wohnungsbau voranzutreiben, müsste sie geeignete Flächen zur Verfügung stellen. Die gebe es jedoch nicht, bedauert Bürgermeisterin Ina Korter.

Die Wohnsituation sei vor allem für Menschen mit geringem Einkommen „problematisch“, so Karin Herrmann. Sie kann zwei konkrete Fälle nennen, in denen sich alleinerziehende Mütter hilfesuchend an sie gewandt hatten. Den Frauen war es nicht gelungen, in Butjadingen eine bezahlbare Wohnung zu finden. Letztlich seien die Frauen nach Nordenham gezogen, obwohl sie lieber in Butjadingen geblieben wären.

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Warnende Prognose

Auch Mitglieder des Gemeinderats haben schon kritisiert, dass bezahlbarer Wohnraum in Butjadingen Mangelware sei. Konkret beschäftigt hatte sich der Rat mit dem Thema unter anderem Ende November 2016, nachdem der Landkreis in einer Erhebung zu dem Ergebnis gekommen war, dass Butjadingen auf ein Wohnungsproblem zusteuere. Der Kreis hatte seinerzeit ausgeführt, dass die Gemeinde Butjadingen von Einfamilienhäusern geprägt sei. Sie machten 70 Prozent des gesamten Wohnraumbestandes aus. Es folgten Zweifamilienhäuser mit 16 Prozent und Mehrfamilienhäuser mit lediglich 14 Prozent. Angesichts der in Butjadingen zu erwartenden Bevölkerungsentwicklung, der immer mehr kleine Haushalte mit sich bringen werde, deute sich ein Engpass an, so die Feststellung des Landkreises.

Ina Korter sagt, dass auch sie immer wieder davon höre, dass in Butjadingen bezahlbare Mietwohnungen Mangelware seien. In den viereinhalb Jahren ihrer Amtszeit sei an sie aber noch nie jemand konkret mit diesem Problem herangetreten. Daher sei die angebliche Knappheit für sie nur schwer zu verifizieren, zumal auch der Gemeinderat bislang keine entsprechende Initiative entwickelt habe.

Dass in Burhave Wohnraum teuer seien als in anderen Orten der Gemeinde, sei der touristischen Nachfrage geschuldet, so die Bürgermeisterin. Nach ihrem Eindruck hat sich die Situation durch das Neubaugebiet Hoddersdiek aber entschärft.

Wer eine Immobilie sucht, bemüht in der Regel zuerst das Internet. Auf den einschlägigen Portalen sieht es jedoch mau aus. Es wird nicht eine einzige Mietwohnung in Butjadingen angeboten. Der Online-Immobilienmarkt der Nordwest-Zeitung, NWZ-Immo, weist eine einzige Wohnung aus (105 Quadratmeter, 590 Euro Kaltmiete). Auf Ebay-Kleinanzeigen sind vier Mietwohnungen (26 bis 90 Quadratmeter, 350 bis 450 Euro Miete) zu haben. Auf anderen Portalen ist das Angebot ebenfalls überschaubar beziehungsweise gleich Null.

„Definitiv vorhanden“

Guido Boekhoff, Chef der Boekhoff Immobilien GmbH in Nordenham, sagt, dass in Butjadingen eine Nachfrage nach Mietwohnungen „definitiv vorhanden“ sei. Doch es seien keinerlei Wohnungen im Angebot. Das bestätigt Almut Pieperjohanns, die bei der Raiffeisenbank Butjadingen-Abbehausen für das Immobiliengeschäft zuständig ist: Nachfrage ja – Angebote Fehlanzeige.

Bürgermeisterin Ina Korter sieht die Schaffung von zusätzlichem sozialen Wohnraums in Butjadingen vor allem als eine Aufgabe der Wohnungsbaugesellschaft Wesermarsch mit Sitz in Brake an, bei der die Gemeinde Mitglied ist. Zuletzt habe es 2015 mit der Gesellschaft konkrete Gespräche gegeben, die aber nicht zu einem Ergebnis geführt hätten, so die Bürgermeisterin.

Laut Dirk Brüers, der bei der Wohnungsbaugesellschaft die technische Leitung innehat, hält die Wohnbau in Tossens, Burhave und Stollhamm insgesamt 24 Mietwohnungen mit einer Größe von 50 bis 65 Quadratmetern vor. Die Anfang der 90er Jahre gebauten Wohnungen seien durchweg vermietet, keine einzige sei zu haben.

Dirk Brüers sieht einen bedarf an zusätzlichen Wohnungen in Butjadingen. Und den würde die Gesellschaft – wie aktuell im Süden der Wesermarsch – auch gerne durch Neubauten decken. Die Gemeinde müsste ihr aber günstig ein geeignetes Grundstück überlassen. Das kann die Gemeinde nicht, weil sie, wie Ina Korter sagt, über ein solches Grundstück nicht verfügt.

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Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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