Butjadingen Dass sich die Mitglieder des Hegerings Butenland nicht nur als Jäger, sondern auch als Umwelt- und Naturschützer verstehen, untermauern sie alljährlich mit ihrer Müllsammelaktion am Deich. Es gibt aber noch weitere Aktivitäten, die in diese Richtung zielen.

Am Donnerstag haben sich Hegeringleiter Jörg Kuck und sein Vater Hans-Hermann Kuck mit ihren Kollegen Jörg Warnke, Rolf Siefken, Ernst-August Thien und Bodo Ostendorf in Eckwarderhörne getroffen, um an den Leitpfählen im Revier Eckwarden Wildreflektoren anzubringen. Damit sorgen sie dafür, dass Rehe besser geschützt sind und nicht so häufig Opfer von Wildunfällen werden.

200 bis 250 Rehe, so schätzt Jörg Kuck, gibt es in Butjadingen. Dass die Reflektoren, die der Hegering auch schon in anderen Revieren installiert hat, Wirkung zeigen, belegen Zahlen: 2008 waren mehr als zwei Drittel aller toten Rehe, die der Streckenbericht der Butjenter auswies, Fallwild, also durch eine Kollision mit einem Auto zu Tode gekommene Tiere. Zehn Jahre später hat der Hegering das Verhältnis schon deutlich nach unten korrigieren können: 56 Prozent waren Fallwild und 44 Prozent durch Abschuss getötete Rehe.

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Wildwechsel gibt es in Butjadingen vor allem dort, wo Straßen an freies Land grenzen. Das ist im Revier Eckwarden zum Beispiel auf der Landesstraße zwischen Roddens und Eckwarden oder auch zwischen Eckwarder Mühle und Altendeich der Fall. Erhöht sich der Bestand der Rehe, benötigen sie einen entsprechend größeren Bereich, den so genanten Einstand, in dem sie sich aufhalten können. Um sich den zu erschließen, überqueren sie auch die Straßen – nicht ahnend, welche Gefahren dort lauern.

Jörg Kuck hat im vergangenen Jahr 20 durch einen Wildunfall um Leben gekommene Rehe gemeldet bekommen. Eine solche Meldung ist für Autofahrer, die mit einem Reh kollidieren, wichtig. Der Hegeringleiter stellt ihnen eine Bescheinigung aus, die sie brauchen, um den Schaden am Auto bei ihrer Versicherung geltend zu machen.

Indes ist es nicht immer der betroffene Autofahrer, der eine solche Meldung macht. Bei einem Wildunfall geht alles so schnell, dass ein Autofahrer mitunter gar nicht realisiert, dass er gerade ein Reh angefahren hat. Ist das Tier durch den Zusammenprall in den Graben geschleudert worden, findet er es mitunter auch gar nicht. Zumal sich ein Wildunfall in aller Regel in der Dunkelheit abspielt.

In eben dieser Zeit verrichten die Wildreflektoren ihren Dienst. Trifft das Licht eines Autoscheinwerfers auf den Reflektor, dann blitzt dieser blau zurück. Das irritiert die Rehe und hält sie davon ab, über die Straße zu rennen.

Die 150 Wildreflektoren, die Jörg Kuck und seine Kollegen am Donnerstag montiert haben, hat die Jagdgenossenschaft Langwarden spendiert. In dem rund 12 000 Hektar bejagbare Fläche und 17 Reviere umfassenden Gebiet des Hegerings Butenland hängen inzwischen rund 500 solcher Reflektoren. Viele von ihnen funkeln rot. Mittlerweile habe sich Blau aber als wirksamer erwiesen so Jörg Kuck. Das mag auch daran liegen, dass sich beim Rot inzwischen ein gewisser Gewöhnungseffekt eingestellt hat.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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