Butjadingen Mit der Einigung der Gemeinden Seefeld, Schwei und Rodenkirchen, die Großgemeinde Stadland zu bilden, verflogen Anfang 1974 die Hoffnungen in Butjadingen, Seefeld in eine Großgemeinde Butjadingen mit Stollhamm, Langwarden und Burhave eingliedern zu können.

Die Hoffnungen beruhten auf Paragraf 2 des Gesetzentwurfes zur Neuordnung der Gemeinden im Norden des Landkreises Wesermarsch, wonach Burhave, Langwarden und Stollhamm sowie Teile der Gemeinden Abbehausen und Seefeld die neue Gemeinde Butjadingen bilden sollten. Auf diese Weise wäre eine Kommune mit 8300 Einwohnern entstanden.

Stollhamms damaliger Bürgermeister Emil Hunhold bedauerte, dass es wegen teilweise anderer Vorstellungen in Abbehausen und Esenshamm (Anschluss an Nordenham) nicht zu einer Einheit der Schulgemeinden Abbehausen, Esenshamm, Stollhamm und Seefeld kommen sollte. 700 Jungen und Mädchen aus diesen Gemeinden besuchten ab Ende der 60er Jahre die eigens dafür neu gebaute Hauptschule in Abbehausen.

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Vorvertrag hinfällig

Dass Seefeld einen Vorvertrag mit Stollhamm nun beiseite schob, behagte Hunhold ebenfalls nicht. Denn in dem Verwaltungsvertrag hatten die beiden Gemeinden vereinbart, in Fragen der Reform nur gemeinsam aufzutreten.

Wittjes Burhaver Kollege Gustav Ostendorf war sich mit dem Langwarder Bürgermeister einig, aus Stollhamm, Langwarden und Burhave die Gemeinde Butjadingen zu bilden. Die Hinzunahme von Seefeld und Teilen von Abbehausen hielt Ostendorf nicht für geboten. Einwohnerschwache Gebiete trügen nicht zu einer Stärkung der Verwaltungskraft bei, wandte der Freidemokrat ein.

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In einer „denkwürdigen Sitzung“, so Gustav Ostendorf damals, unterschrieben die Bürgermeister und Gemeindedirektoren der Gemeinden Burhave, Langwarden und Stollhamm am 7. Februar 1974 im Burhaver Rathaus den Gebietsänderungsvertrag. Heinrich Wittje aus Ruhwarden und Adolf Ahting aus Tossens wurden zum Interimsbürgermeister beziehungsweise Interimsverwaltungschef bis zu den Neuwahlen am 9. Juni 1974 bestimmt.

Bei der feierlichen Vertragsunterzeichnung konnte Burhaves Gemeindedirektor Manfred Hanold es sich nicht verkneifen, darauf hinzuweisen, dass er und Bürgermeister Ostendorf schon eine gewisse Übung darin hätten: Beide hatten am 24. Juni 1969 den Grenzänderungsvertrag mit der Stadt Nordenham unterschrieben. Er wurde 1971 annulliert, weil Regierungspräsident Eduard Haßkamp und Oberkreisdirektor Rudolf Bernhardt mit diesem Zusammenschluss Wege für eine vernünftige Lösung für die Gemeinde Langwarden verbaut sahen.

Lielienthal übt Kritik

Der damalige Nordenhamer Bürgermeister Edwin Lielienthal kritisierte in einer Sitzung der SPD-Kreistagsfraktion am 10. November 1969 die negative Stellungnahme des Oberkreisdirektors zu dem Grenzänderungsvertrag mit Burhave. Es stehe einem OKD schlecht an, einstimmig gefasste Beschlüsse von zwei Parlamenten „selbstherrlich vom Tisch zu fegen“, bemängelte der langjährige Landtagsabgeordnete.

Auch Kreistagsabgeordneter Fritz Frerichs (SPD) aus Ellwürden empfand den Vertrag zwischen Nordenham und Burhave als „nicht der Weisheit letzter Schluss“, sah darin aber den Anfang einer Entwicklung, „an deren Schluss wahrscheinlich eine Großgemeinde Butjadingen mit Verwaltungssitz in Nordenham steht“.

Die „dritte Kraft“?

Der Verwaltungssitz sollte 1973 noch mal eine Rolle spielen. Nachdem die Würfel für die Gemeindereform gefallen waren, meinte NWZ-Kommentator Kurt Diekmann, Stollhamm müsse als „dritter Kraft“ neben den Fremdenverkehrsgemeinden Langwarden und Burhave „logischerweise eigentlich der Verwaltungssitz – allein von seiner Zentralität her – zufallen“. Es sollte anders kommen.

In einer Artikelreihe

beschreibt die NWZ, wie in der Wesermarsch aus 19 Städten und Gemeinden die heutige Struktur mit 3 Städten und 6 Gemeinden entstanden ist. 1969 hatte das Land Niedersachsen die Gebietsreform angeschoben, um größere Verwaltungseinheiten zu schaffen. Bisher erschienen sind: „Nordenham wollte Landwürden eingemeinden“ (8. Januar), „Burhave löste Vertrag mit Nordenham wieder auf“ (11. Januar), „Ohne Abbehausen geht gar nichts“ (1. Februar), „Kernkraftwerk dreht die Diskussion“ (3. Februar) und „Protest gegen die Pläne aus Hannover“ (22. Februar), „Esenshamm steuert auf Teilung zu“ (1. März), „Teilung von Abbehausen abgewendet“ (8. März), „Mit Festakt ,Groß-Nordenham’ besiegelt“ (30. März).

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