Butjadingen Die Szenerie mutet fast schon surreal an. Jörg Kuck lenkt seinen Wagen durch Felder, auf denen der Mais mannshoch steht. Noch viel höher ragen die Windkraftanlagen des Windparks Kampen in den pechschwarzen Himmel über Butjadingen. Und plötzlich fällt der Blick auf ein großes Feld mit Sonnenblumen. Sie sind das Ergebnis einer Initiative des Hegerings Butenland. Die Jäger haben ermöglicht, dass in Butjadingen 20 000 Quadratmeter neue Blühstreifen und -wiesen entstanden sind. Die Aktion wird wiederholt.

Der Hegering bekommt regelmäßig Geld von der Jagdgenossenschaft Langwarden. Die darin vertretenen Landeigentümer verzichten auf ihre Jagdpacht und stellen das Geld für Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung. Der Hegering Butenland hat die Mittel der Jagdgenossenschaft und dazu noch Geld aus der eigenen Kasse verwendet, um das Anlegen von Blühstreifen und -wiesen in Butjadingen zu fördern und damit etwas Gutes für Bienen und andere Insekten zu tun.

Die Idee war nach Auskunft von Jörg Kuck, Vorsitzender des Hegerings, aufgekommen, nachdem die Raiffeisen-Warengenossenschaft Saatgut für Blühstreifen mit 10 Prozent Rabatt angeboten hatte, um auf diese Weise den Artenreichtum zu fördern. Der Hegering verteilte über die Warengenossenschaft Flyer und lud auf diesen alle Butjenter ein, sich bei Jörg Kuck zu melden, um über ihn vergünstigtes Saatgut zu beziehen.

Zum Bedauern des Hegeringsleiters war die Resonanz überschaubar. Letztlich beteiligten sich lediglich er selbst sowie die Familien Baars aus Tossens und Röver aus Syuggewarden an der Aktion. Das Ergebnis kann sich indes dennoch sehen lassen.

Immerhin sind insgesamt zwei Hektar Blühflächen entstanden, darunter die Flächen im Windpark Kampen, in dem Jörg Kuck nicht nur Strom, sondern auch Futtermais erntet. Dass auf den Blühwiesen auch so viele Sonnenblumen gewachsen sind, liegt daran, dass er neben dem Saatgut einige Reste Vogelfutter ausgestreut hat. In dem befand sich offenbar ein großer Anteil an Sonnenblumensamen – gut für Bienen und Co., die nun noch immer Nahrung finden, obwohl die anderen Pflanzen auf den Flächen bereits ausgeblüht sind.

Blühstreifen bieten zahlreichen Insekten, zudem Kleintieren sowie auch Niederwild einen wertvollen Lebens- und Rückzugsraum. Bienen und Co. hätten ohne solche Blühflächen in den intensiv genutzten Kulturlandschaften kaum eine Chance zum Überleben. Rehwild, aber auch Fasane und Hasen nutzen sie als Deckung, sobald der Mais gehäckselt ist und keinen Schutz mehr bietet.

Die Familie Baars hat früheres Ackerland genutzt, um das vom Hegering gesponserte Saatgut auszubringen. Das war nicht das erste gute Werk für den Insektenschutz. Die Familie hat nach Auskunft von Dirk Baars eine ehemalige Kälberwiese zu einer Streuobstwiese renaturiert. Zudem hat Dirk Baars’ Sohn Thies vor den Sommerferien als Zehntklässler an der Zinzendorfschule an einem Erdkunde-Projekt teilgenommen, dessen Ergebnis eine rund 500 Quadratmeter große Blühfläche im Schulgarten ist.

Unterdessen will der Hegering im kommenden Jahr erneut Saatgut für Blühstreifen ausgeben. Aus der diesjährigen Aktion ist noch Geld übrig, außerdem sollen wieder Mittel der Jagdgenossenschaft verwendet werden. Butjadinger, die im kommenden Frühjahr Blühstreifen anlegen und dafür günstiges Saatgut vom Hegering beziehen möchten, können sich bereits jetzt unter Telefon  0172/4335293 an Jörg Kuck wenden und sich auf eine Liste setzen lassen.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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