Burhave Die Gemeindeverwaltung hatte das Thema bereits im Herbst 2016 auf die Tagesordnung gebracht und Handlungsbedarf angemahnt. Doch davon hatte die Mehrheitsfraktion im Gemeinderat nichts wissen wollen – und die Sache mit dem Hinweis, das jetzt der falsche Zeitpunkt sei, vertragt.

Nun gibt es kein Vertagen mehr. Fachleute eines Ingenieurbüros haben den Keller des Rathauses in Burhave inspiziert und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Sanierung dringend notwendig ist. An den Stahlträgern unterhalb des im Jahr 1865 errichteten Gebäudes hat der Rost genagt. „So schnell wie möglich“ sollten Maßnahmen ergriffen werden, riet Carsten Reents von der SRH-Ingenieurgemeinschaft – und fügte hinzu: „Da kann jederzeit etwas passieren.“

Stutzig war die Gemeindeverwaltung geworden, nachdem sich unter anderem in den Sanitärräumen des Rathauses Risse gebildet hatten. Bürgermeisterin Ina Korter und Bauamtsleiter Axel Linneweber hatten Ende 2016 noch aus drei weiteren Gründen bedauert, dass sich der Rat mehrheitlich nicht hatte dazu durchringen können, einen Fachmann damit zu beauftragen, das Rathaus unter die Lupe zu nehmen: Auf dem Dachboden lagern Akten mit einem Gewicht, für das das Gebäude nie ausgelegt war. Der Verwaltungssitz platzt aus allen Nähten. Und die Energiebilanz des Rathauses lässt ebenfalls zu wünschen übrig.

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Tatsächlich hatte am Ende eine Inspektion stattgefunden. Die hatte allerdings kein Statiker vorgenommen, sondern der CDU-Ratsherr Johann Evers, und der ist Zimmerermeister. Immerhin hatte auch Johann Evers empfohlen, besser einen Statiker zurate zu ziehen, der sich den Keller ansieht.

So kam die Braker SRH-Ingenieurgemeinschaft ins Spiel, die den Keller des Rathauses nun untersucht hat. Die ernüchternden Ergebnisse der Inspektion stellte Carsten Reents jetzt dem Bauausschuss des Gemeinderats vor.

Die alarmierende Mängelliste beginnt mit Rissen, die sich durch das Mauerwerk ziehen, geht über Schimmelbefall und endet mit Löchern, die der Rost in die alten Stahlträger gefressen hat. Dass hier Rost ein so großes Problem darstellt, verwundert Carsten Reents nicht. Denn er hat in dem schwer zugänglichen Gewölbe, in dem sich auch noch eine alte Zisterne befindet, eine exorbitant hohe Luftfeuchtigkeit festgestellt. „Wie in einer Sauna“, sagte der Fachmann.

Aktuell steht auch Wasser im Keller. Das sei, als er seine Untersuchung vorgenommen habe, nicht der Fall gewesen, betonte Johann Evers. Ende 2016 hatte indes auch die Verwaltung schon von Wasser im Keller berichtet.

So oder so, der Bauausschuss sah wohl oder übel ein, dass die Sache nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden kann. Die Ingenieurgemeinschaft hat für die notwendige Sanierung des Kellers Kosten von rund 69 000 Euro ermittelt. Nun, so der Beschluss des Bauausschusses, soll Kämmerer Bernd Rummel sehen, wie er dieses Geld zusammenkratzen kann.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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