Blexen Die Blexer Volksseele brodelt. Das wurde am Mittwochabend im Saal der ehemaligen Gaststätte Zur alten Eiche deutlich. Wie anders ist es zu erklären, dass sich an einem milden Sommerabend, der zum gemütlichen Grillen auf der Terrasse geradezu einlädt, rund 200 Blexer versammeln, um sich über ein Bauvorhaben zu informieren. Wie die NWZ  berichtete, will die Firma Albers auf dem Blexer Groden eine Logistikhalle errichten. Viele Blexer befürchten, dass sie durch Staub und Lärm belästigt werden.

Hitzige Debatte

Und so entwickelte sich die Informationsveranstaltung zu einer teilweise recht hitzigen Debatte. Auf der einen Seite Claus Albers, Geschäftsführer von Albers Transport & Logistik, flankiert von Peter Aengeneyndt, dem Leiter des Kronos-Titan-Werks in Blexen, Günther Zieglerski, der bei Kronos den Bereich Verkehr und Logistik leitet, Niels Bröer, Geschäftsführer der Firma DASAG, die die Logistikhalle baut, und Bürgermeister Carsten Seyfarth. Auf der anderen Seite 200 Blexer, von denen viele deutlich machten, dass sie dem Vorhaben ziemlich kritisch gegenüberstehen. An der Stimmungslage schien sich auch nach der über zweistündigen Veranstaltung nicht viel geändert zu haben. Wenn überhaupt, ist nur wenig Dampf vom Kessel genommen worden.

Immerhin wissen die Blexer jetzt mehr über das geplante Vorhaben. Zum Beispiel wissen sie, welcher Stoff in der Logistikhalle angeliefert, gelagert und von dort wieder abtransportiert wird. Es handelt sich um Eisensulfat. Nach den Worten von Peter Aengeneyndt ein Gefahrstoff der untersten Kategorie. Der Gefährdungsgrad sei vergleichbar mit dem von Spülmaschinenreinigern und Raumspray.

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Kronos Titan beliefert die Zementindustrie mit Eisensulfat. Jährlich verlassen etwa 55 000 Tonnen das Werk. Weil der Bedarf im Winter geringer ist als im Sommer, werden Lagerflächen benötigt. Diese logistische Aufgabe hat die Firma Albers übernommen. Sie will die Betriebsstätte nun von Friedrich-August-Hütte nach Blexen verlagern.

Claus Albers erläuterte, wie die Halle aussehen soll. Geplant ist ein Bau mit einer Höhe von 10,85 Metern und einer Grundfläche von 2200 Quadratmetern. Dazu gehören zwei Silos mit einer Höhe von 30 bis 32 Metern. Die Siloanlage sei etwa 100 Meter vom Sportplatz und 200 bis 250 Meter von der nächsten Wohnbebauung entfernt. Das Eisensulfat werde mit Lastwagen bei Kronos abgeholt, in die Silos gefüllt oder in so genannte Big Packs verpackt und zwischengelagert.

Geschlossenes System

Claus Albers versicherte, dass es sich bei der Anlage um ein geschlossenes System handele. Außerdem sollen die Lastwagen gewaschen werden, bevor sie das Gelände verlassen. Es könne kein Material in die Luft geraten. Er sagte zudem, dass ein völlig anderes Verfahren zum Einsatz komme als am Helgoländer Damm. Mehrere Teilnehmer der Versammlung berichteten, dass von der Betriebsstätte in FAH eine unzumutbare Staubbelastung ausgehe. „Den Leuten rosten dort die Fahrräder weg“, hieß es. Auch vor einer Lärmbelästigung fürchten sich die Blexer. Claus Albers sagte, dass in 200 Meter Entfernung vom Standort in FAH ein Spitzenwert von 42 Dezibel gemessen wurde. Dies sei vergleichbar mit einem normalen Gespräch.

Bürgermeister Carsten Seyfarth warb um Vertrauen für das Vorhaben. „Glauben Sie mir, hier entsteht keine Giftküche.“ Die Firma Albers habe einen Bauantrag gestellt, nun werde Punkt für Punkt geprüft, ob alle Auflagen erfüllt sind. „Vertrauen Sie bitte darauf, dass alle Behörden verantwortungsvoll mit dem Thema umgehen.“

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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