FUCHSBERG Hier haben sie es richtig kuschelig und gemütlich. Im Moorboden ist es schön locker, die jungen Graswurzeln laden zum Knabbern ein und sorgen dafür, dass sie schnell fett werden, um sich bald zu verpuppen. Dann werden aus tausenden von Tipula-Larven die Wiesenschnaken.

Landwirt Jan Dirk Hadeler ist gar nicht froh, dass sich die ungebetenen Untermieter auf seinen Grünlandflächen in Fuchsberg so wohl fühlen. Denn vom Grün ist kaum noch etwas zu sehen. Wo die Larven mit einem enormen Appetit knabbern, bleibt nur noch eine braune, kahle Fläche, wo sich wohl das Unkraut, aber nicht das Gras verbreiten kann. Auch die empfohlene und ausgeführte Bearbeitung seiner Flächen mit Kalkstickstoff hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Nach der Behandlung brachte Hadeler neue Grassaat aus – die zarten Wurzeln der Neuansaat schmecken den Larven jetzt besonders gut.

Gemeinsam mit Steffen Habben vom Beratungsring und Otto Lange, Berater einer Chemiefirma, nahm Hadeler jetzt seine Flächen genau unter die Lupe: allein in einer winzig-kleinen Graswurzel fand der Landwirt fünf Larven. „Es gibt keine vernünftigen Präparate um die Tipula-Larven zu bekämpfen“, ärgert sich Hadeler. „Die Industrie hat kein Interesse angesichts der hohen Forschungs- und Zulassungskosten neue Präparate zu entwickeln. Die frühere Behandlung der Flächen mit E 605 ist schon seit Jahren verboten.“ Es gäbe zwar ein wirksames Insektizid, das sei den Grünlandbauern wegen „Bienengefährlichkeit“ ebenfalls verboten. „Aber nur für uns Günlandbauern,“ wundert sich Hadeler. „Die Kartoffelbauern dürfen es verwenden.“

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So wird Jan-Dirk Hadeler für seine 120 Milchkühe auch diesem Jahr wegen Gras- und Silomangel wieder „Essen auf Rädern“ zu einem hohen Preis bestellen müssen.

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