BRAKE Dunkle Gewitterwolken schweben nicht erst seit gestern über der Rommerskirchen GmbH. Seit einem Jahr ist in dem Unternehmen mit Sitz in der Max-Planck-Straße 1 in Brake Kurzarbeit angesagt. Am Dienstag nun folgte für die 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die eiskalte Dusche: Sie erfuhren, dass Geschäftsführer Dr. Karl Netzel beim zuständigen Amtsgericht Nordenham Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt hat.

Das Amtsgericht hat nach Auskunft von Direktorin Dr. Claudia Peplau die vorläufige Verwaltung des Vermögens der Rommerskirchen GmbH angeordnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist der Oldenburger Rechtsanwalt Stefan Hinrichs bestellt worden.

Hinrichs war am Dienstag in Brake zu Gast, um sich einen ersten Überblick über die Situation zu verschaffen und bei einer Betriebsversammlung die Beschäftigten über den Stand der Dinge zu informieren.

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Auf Nachfrage der NWZ  sagte der Rechtsanwalt, dass der Geschäftsbetrieb von Rommerskirchen auf jeden Fall aufrecht erhalten werden soll. Die Firma sei nicht mehr liquide. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten Anspruch auf Insolvenzgeld, das die Agentur für Arbeit zahlt – allerdings begrenzt auf einen Zeitraum von drei Monaten. Er sei „vorsichtig optimistisch“, dass eine Sanierung des Unternehmens gelingt, so Hinrichs.

Darauf hoffen auch Geschäftsführer Netzel und sein Stellvertreter Dieter Jacobs. Netzel hatte die 1988 gegründete Firma, die auf die Herstellung von Formteilen aus Polyurethan spezialisiert ist, 2004 in einer schwierigen Situation übernommen. Schon damals gab es massive finanzielle Probleme. Es sei in den folgenden Jahren aber gelungen, neue Kunden zu gewinnen und auch den Umsatz zu steigern.

Dann kam die Wirtschaftskrise. Und die schlug auch bei der Rommerskirchen GmbH voll durch. Laut Netzel hat das Unternehmen zwar Aufträge, aber kein Geld mehr zum Vorfinanzieren. Das ist das eine Problem. Das andere seien Altlasten, die ihn nun dazu gezwungen hätten, den Weg zum Insolvenzgericht zu gehen. Indes hat laut Insolvenzverwalter Hinrichs nicht nur der Geschäftsführer selbst, sondern auch ein Gläubiger bereits den Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.

Karl Netzel hofft nun, das Unternehmen wieder auf gesunde Beine stellen zu können, ohne dabei die Gläubiger im Nacken zu haben. Dabei sollen möglichst alle Arbeitsplätze erhalten werden. Für die Beschäftigten indes war die Nachricht von der Insolvenz am Dienstag ein Schock.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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