Brake Für Hans-Rudolf Werner steht die beste Lösung fest: „Bauen unter Vollsperrung.“ Der Diplom-Ingenieur vom Oldenburger Planungsbüro Ingwa stellte im Ausschuss für Bau, Planung, Umwelt und Verkehr die Sanierung der Weserstraße vor. Sowohl Sicherheitsaspekte als auch Zeit- und Kostenersparnis sprächen für eine abschnittsweise Vollsperrung. Die Sanierung der rund 1,4 Kilometer langen Strecke soll in vier Bauabschnitten erfolgen – beginnend im Westen.
 Erster Bauabschnitt: von der Kreuzung Am Sieltief/Am Stadion/Weserstraße bis zur Hauptzufahrt Famila. Zwischen B 212 und der Kreuzung wird im Zuge der Bebauung auf der Freifläche (Fasting-Gelände) mit einem Discounter und einer Tankstelle auch eine Linksabbiegespur erstellt. Auf der Weserstraße entsteht eine Linksabbiegespur in die Straße Am Stadion. Die Kreuzung selber wird als Ampelkreuzung ausgebaut, ein ursprünglich geplanter Kreisverkehr ließ sich nicht realisieren. Die Zufahrt zu den Straßen Am Stadion und Am Sieltief wird über provisorische Baustraßen an der westlichen Kreuzungsseite während der Bauphase sichergestellt. An der Einfahrt zum Famila-Center wird der Radweg aus Sicherheitsgründen in Richtung Weserstraße verlegt.
 Zweiter Bauabschnitt: Die Kreuzung Otto-Hahn-Straße wird „die ganze Zeit unter Verkehr gehalten“, so Werner. Hier wird im Nordosten eine Hilfsfahrbahn erstellt. Mit L.I.T. werde der nötige Radius ermittelt, entsprechende Testfahrten seien vereinbart worden. Mit erledigt werden sollen zugleich auch die Tiefbauarbeiten für eine möglicherweise später zu errichtende Ampelanlage an dieser Kreuzung.
 Dritter Bauabschnitt: Zwischen Otto-Hahn-Straße und Helmut-Addicks-Straße dürfte es – wie auch im letzten Bauabschnitt – etwas problemloser werden: Hier kann die parallel verlaufende Kleine Weserstraße als Ausweichstrecke genutzt werden. Die allerdings nur 5,50 Meter breite Straße erhält dazu eine Oberflächenbehandlung.
 Vierter Bauabschnitt: Abschließend wird der Bereich von Helmut-Addicks-Straße bis Golzwarder Straße saniert. Die Raiffeisenbank wird dazu vorübergehend über die Kleine Weserstraße angebunden.
 Arbeiten: Ausgebaut wird die Weserstraße im Hocheinbau. Dabei bleibt der Unterbau erhalten, die Fahrbahn wird abgefräst und neuer Asphalt und Markierungen werden aufgebracht. Wo die Straße verbreitert wird, muss auch der Unterbau gefertigt werden – inklusive einer „sehr intensiven Tiefengründung“, so Werner. Auch müssen Nebenanlagen höher gelegt werden. Die Bushaltestellen bleiben, werden aber durch taktile Streifen auch für Sehbehinderte aufgewertet.
 Umleitung: Für Lastwagen wird eine weiträumige Umleitung über Golzwarden ausgeschildert. Für den PKW-Verkehr empfiehlt Werner auf Umleitungen zu verzichten. Ortskundige würden sich entsprechende Wege suchen, Auswärtige könnten der LKW-Umleitung folgen. Dass die Lastwagen sich allerdings nicht an die Umleitung halten könnten, glaubt nicht nur Claus Plachetka (CDU): „Der gesamte Hafenverkehr wird durch die Stadt fahren“, befürchtet er. Bürgermeister Michael Kurz (SPD) setzt hingegen auf die Ortskenntnis und die Vernunft der LKW-Fahrer: „Wir werden einzelne LKW in der Bahnhofstraße haben, wie auch jetzt schon.“ Er will Gespräche mit der Polizei suchen, damit diese gerade in der Anfangszeit ein Durchfahrverbot für Lastwagen auch kontrolliert. Aber: „Wir werden das nicht verhindern können.“
Zeit: Auf die Dauer der Arbeiten wollte sich Weber nicht festlegen lassen. Nur so viel: „Man kann so ein Projekt in einem Jahr schaffen.“ Die tatsächliche Dauer sei vor allem abhängig davon, welche Unternehmen die Aufträge erhielten und wie leistungsfähig diese seien. In den Ausschreibungen könnte man die Firmen beispielsweise verpflichten, mit mehreren Kolonnen zu arbeiten.
Weitere Schritte: Die Stadtverwaltung werde nun die Ausschreibungen vorbereiten, sagte Bauamtsleiter Rainer Hinrichs der NWZ. Starten könnten die Arbeiten aber erst, wenn der Förderbescheid vorliege. Die Stadt hat für die rund 2,6 Millionen Euro teure Sanierung Fördermittel nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) beantragt. Und diese seien auch bereits in Aussicht gestellt worden. Hinrichs hofft auf einen Baubeginn im Mai/Juni. In der Zwischenzeit würden Schall- und Verkehrsgutachten aktualisiert und die Abstimmungen mit den Anliegern fortgesetzt.

Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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