Brake /Wesermarsch Auch wenn es in der Wesermarsch noch keinen bestätigten Fall gibt, ist die Corona-Pandemie auch hier das beherrschende Thema. Bisher wurden 25 begründete Verdachtsfälle labordiagnostisch untersucht, die sich nicht bestätigt haben. Die Vorbereitungen auf einen möglichen Ernstfall laufen auf Hochtouren. In einigen Bereichen des täglichen Lebens gibt es bereits erhebliche Einschränkungen. Vordringlichstes Ziel ist es, die Infektionsketten zu unterbrechen.

Landkreis

Der Landkreis arbeitet an der Einrichtung eines zentralen Testzentrums in der Wesermarsch. Man befinde sich in Gesprächen mit der Kassenärztlichen Vereinigung, die für die personelle Besetzung solcher Zentren zuständig sei, sagte Erster Kreisrat Hans Kemmeries am Donnerstag. Vorgesehen ist, Tests auf das Coronavirus zentral zu nehmen und die Arztpraxen so zu entlasten. Um den Anlauf zu steuern, soll der Hausarzt die Patienten nach einer telefonischen Abfrage ihres Risikos dorthin verweisen.

Einen Krisenstab gibt es derzeit beim Landkreis noch nicht. Dieser könnte aber kurzfristig je nach Situation und Fallzahlen zusammengestellt werden. Vertreter von Gesundheitsamt, Verwaltungsspitze und anderen Institutionen tauschen sich allerdings schon länger regelmäßig aus.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Coronavirus sorgt für viele Absagen

Niederdeutsche Bühne Brake: Die für diesen Freitag geplante Premiere des Stücks „Afschoben (Keen Platz für Idioten)“ im BBZ-Forum und alle weiteren Aufführungen sind bis auf Weiteres abgesagt.

Von Mensch zu Mensch: Ebenfalls auf Anraten des Gesundheitsamtes wird die Lesung „Mama Held – Jedes Kind hat ein Recht auf Familie“ mit Kerstin Held in Strückhausen. Die Karten behalten ihre Gültigkeit für einen späteren Termin.

Ruhwarder Saitenhiebe: Das für Samstag im Schifffahrtsmuseum wurde ebenfalls abgesagt.

Jugendfeuerwehr Wesermarsch: Das für Sonntag geplante Schwimmturnier der Jugendfeuerwehren in der Wesermarsch im Braker Brommy Bad findet nicht statt. Das teilte Kreisbrandmeister Heiko Basshusen am Donnerstag mit.

SoVD Brake: Die für Sonntag, 15. März, geplante Jahreshauptversammlung des Ortsvereins Brake im SoVD findet nicht statt – aus Verantwortung den vielen älteren Mitgliedern gegenüber.

Kleiderbörse in Elsfleth: Die für diesen Freitag, 13. März, geplante Kleider- und Spielzeugbörse in der Stadthalle Elsfleth ist abgesagt worden. Das teilten die Veranstalter am Donnerstag mit.

Hof Sosath, Lemwerder: „Mit großem Bedauern“ sagt das Gestüt die für das Oster-Wochenende geplanten Veranstaltungen ab. Eigentlich sollte ein Tag der offenen Tür (11. April) und der Osterball (12. April) stattfinden. Ohne Gewähr auf Vollständigkeit

Derzeit wird auch an der Umsetzung der Weisung des Landes gearbeitet, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen zu untersagen. Auf dieser Basis wird der Landkreis eine Allgemeinverfügung erlassen, die kurzfristig veröffentlicht und damit in Kraft treten wird. Gleichzeitig wird im Rahmen dieser Verfügung auch geregelt, wie mit Veranstaltungen unterhalb der 1000 Teilnehmer zu verfahren ist. Konkrete Inhalte stimmt der Landkreis Wesermarsch an diesem Freitag mit den umliegenden Landkreisen ab. Schon jetzt wird geprüft, ob Veranstaltungen – unabhängig von der Teilnehmerzahl – bedenkenlos durchgeführt werden kann. Der Landkreis appelliert an alle Veranstalter, Veranstaltungen, wenn möglich, zu verschieben oder abzusagen, um präventiv der Ausbreitung des Coronavirus in der Region entgegenzuwirken.

Zehn Mitarbeiter der Kreisverwaltung wurden bereits geschult, notfalls im Gesundheitsamt auszuhelfen. Sie sollen im Falle eines Infektionsnachweises Kontakte des Patienten ausfindig machen.

Krankenhaus

Das St. Bernhard-Hospital hat am Donnerstag beschlossen, aus Fürsorge den Patienten gegenüber, den Besucherverkehr so weit wie möglich einzuschränken. Patienten auf der Intensivstation sollen nur noch einmal täglich Besuch erhalten, Menschen auf der Palliativstation nach Absprache, teilte Maxi Krahl, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Krankenhauses mit. Alle übrigen Patienten sollten nicht besucht werden. Arztauskünfte könnten nach Absprache auch telefonisch erfolgen. Patienten der Praxen im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) sollten möglichst ohne Begleitung kommen. Menschen, die befürchten, sich mit dem Corona-Virus infiziert zu haben, sollten nach wie vor ihren Hausarzt telefonisch kontaktieren.

Feuerwehr

„Alles normal“ läuft derzeit bei der Feuerwehr. Dienste und Ausbildungen fänden wie geplant statt, teilte Kreisbrandmeister Heiko Basshusen. Das habe auch eine Zusammenkunft der Feuerwehrführung am Mittwochabend, an der auch der Feuerwehrarzt teilgenommen habe, so beschlossen. Aber das muss nicht so bleiben: „Wir warten die Entwicklung ab und reagieren wenn nötig aktuell.“

Hafen

Schiffe, die den Hafen Brake anlaufen, sind verpflichtet, sich mindestens 24 Stunden vor Erreichen des Hafens über das NSW (National Single Window) anzumelden. Ein Bestandteil der Anmeldung sei eine Seegesundheitserklärung für die Mannschaftsmitglieder, erklärt Katja Mädler von Niedersachsenports. Der Hafenärztliche Dienst habe vor dem Einlaufen des Schiffes aufgrund der Seegesundheitserklärung eine Freigabe zu erteilen. Gebe es Hinweise oder besondere Lagen, werde diese nicht erteilt und das Schiff komme gegebenenfalls unter Quarantäne. Dazu stehen in den Alarm- und Notfallplänen ausgewiesene Liegeplätze zur Verfügung.

Aufgrund der langen Reisezeiten aus China von mindestens 30 Tagen und der deutlich kürzeren Inkubationszeit würde eine Infektion mit dem Coronavirus bereits auf der Schiffsreise nach Europa zu Tage treten. Entsprechende Krankheitsfälle würden mit der Schiffsanmeldung über das NSW gemeldet.

Von Seiten des Hafenärztlichen Dienstes werden weiterhin die üblichen Schutzmaßnahmen empfohlen. Hierzu gehören regelmäßige Handhygiene, möglichst keine Hände zu schütteln und möglichst Abstand von mindestens einem Meter einzuhalten. Darüber hinaus werden dem Hafenpersonal, das an Bord geht, von NPorts Einmalhandschuhe und Mundschutze zur freiwilligen Verwendung zur Verfügung gestellt.

Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.
DIE WIRTSCHAFT

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.