Brake /Wesermarsch Der Niedersächsische Weg – das ist eine im Dezember letzten Jahres getroffene Vereinbarung, die Landesregierung, Landvolk, Landwirtschaftskammer sowie Natur- und Umweltverbände gemeinsam getroffen haben. In diesem Vertrag verpflichten sich alle Beteiligten zu großen Anstrengungen bei Natur- und Artenschutz, bei Biodiversität und beim Umgang mit der Landschaft.

Das wird auch Auswirkungen auf die Landwirtschaft in der Wesermarsch und Friesland haben. Auf welche Regelungen sich die Betriebe in den nächsten Jahren einstellen müssen, erklärte der Kreislandvolkverband am Mittwoch auf einer Pressekonferenz.  Grünland: Der Umbruch von Grünland ist künftig untersagt auf stark erosionsgefährdeten Hängen, auf Flächen in Überschwemmungsgebieten, auf Standorten mit hohem Grundwasserstand (Feuchteklasse 9) und auf auf Moorstandorten, wenn in den ersten 60 Zentimetern der Bodenschicht eine mehr als 30 Zentimeter starke Moorschicht vorhanden ist. In der Wesermarsch betrifft das zehn bis 15 Prozent der Flächen, in Friesland fünf Prozent.

Nicht als Umbruch gelten bodenlockernde Bearbeitungsverfahren bis zehn Zentimeter Tiefe zur Wiederherstellung der Grünlandnarbe. Es besteht jedoch eine Anzeigepflicht bei der unteren Naturschutzbehörde. Auch soll es möglich sein, alle zehn Jahre einen tiefen Umbruch vor einer Neusaat vorzunehmen. Die Regelungen für das Grünland gelten ab März 2021.  Gewässer: Der Niedersächsische Weg sieht für die Wesermarsch, Friesland und Wilhelmshaven an Gewässern dritter Ordnung, die länger als sechs Monate im Jahr Wasser führen, einen reduzierten Randstreifen von einem Meter bei Grünland und bei Ackerflächen vor, die mit Mais für Futter oder Ackergras genutzt werden. Bei Gewässern erster Ordnung gelten zehn Meter Randstreifen zu wahren.

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Bei Ackerflächen besteht auf dem ersten Meter ein Pflugverbot oder ein Begrünungsgebot. Bei Ackerflächen, die mit Getreide bestellt sind, gilt der 3- und. 5-Meter-Randstreifen. Gewässer zweiter Ordnung, die mehr als 1000 Hektar anliegende Flächen entwässern, zählen nicht zu den Ausnahmen. Hier ist ein fünf Meter breiter Randstreifen einzuhalten. Die Regelungen für den Gewässerschutz sollen ab dem Jahr 2022 gelten.  Wiesenvogelschutz: Geplant ist ein Schutzprogramm aus Förderangeboten, Vertragsnaturschutz und hoheitlichen Maßnahmen. Start ist 2022. Dafür sollen 30 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung stehen. Der Schwerpunkt liegt auf den EU-Vogelschutzgebieten. Es wird ein- und mehrjährige Programme geben, auch ein Flächenerwerb ist angedacht. Es soll außerdem flankierende Maßnahmen wie Prädatoren-Bekämpfung geben, also von Tieren, die den Wiesenvögeln gefährlich werden. Die Betriebe in Vogelschutzgebieten sollen dazu beraten werden.

Der Niedersächsische Weg umfasst zwölf weitere Punkte, genau nachzulesen sind diese im Internet auf:


     www.artenretter-niedersachsen.de 
Friederike Liebscher Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
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