Brake /Wesermarsch Auch wenn die Regenmassen den Kampf der Landwirte gegen die Mäuseplage in der Wesermarsch unterstützen, droht das Jahr 2020 als drittes in Folge wirtschaftlich katastrophal zu werden: Futterknappheit, viel Arbeit und erhebliche Kosten kommen auf die Grünlandbetriebe zu.

„Die Mäuseplage ist noch nicht zu Ende“, betonte Frerich Wilken von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen im Ausschuss für Bauen, Kreisentwicklung, Landwirtschaft und Umwelt. „Allerdings fördert die andauernde Feuchtigkeit auf den Flächen die Mortalität.“ Erste Populationen seien bereits zusammengebrochen.

Wilken erwartet jedoch „noch größere Schäden“ durch eine Tierart, die bisher noch nicht im Fokus steht: Wiesenschnaken (Tipula). Gegen die Insekten, deren Larven dicht unter der Grasnarbe leben und die Wurzeln anfressen, gebe es kaum Bekämpfungsmöglichkeiten. Helfen würde nur Geduld, so Wilken. Die Landwirte müssten mit der Neuansaat von Grünland eigentlich bis Juni warten. „Aber die wenigsten dürften diese Geduld haben.“ Denn angesichts der Futterknappheit sei das Gebot der Stunde, das Grünland „so schnell wie möglich wieder herzustellen“.

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Durch die Trockenjahre 2018 und 2019 seien die Erträge von durchschnittlich 96 Dezitonnen auf 67 beziehungsweise 68 Dezitonnen gesunken, berichtete Wilken. Und mindestens der erste Schnitt werde auch 2020 vielerorts ausfallen. Für die betroffenen Landwirte gebe es da nur zwei Möglichkeiten: Futterzukauf (wobei der Mangel die Kosten treibt) und Abbau von Viehzahlen (was einige Betriebe schon betreiben).

Immerhin betonte Wilken den Willen der Landwirtschaftskammer, die für einen Umbruch von Dauergrünland notwendigen Anträge so schnell wie möglich zu bearbeiten. Der Landkreis will den Anträgen, die Schutzgebiete betreffen, Priorität einräumen.

Wie groß die Belastungen der Landwirte sind, machte Dr. Karsten Padeken deutlich. Der Landvolkvorsitzende rechnete dem Ausschuss vor, dass allein beim Grundfutter Kosten von 400 bis 500 Euro auf die Landwirte zukämen – pro Kuh. Hinzu kämen Kosten von 400 Euro pro Hektar für die Flächenbearbeitung, das viele Betriebe dafür maschinell nicht ausgestattet seien. Und: Während die Nachsaat mit 50 Euro/Hektar zu Buche schlügen, seien es bei der Neuansaat 200 Euro.

„Fast alle Betriebe müssen jonglieren“, sieht Padeken weitere große Anstrengungen angesichts der „Futterknappheit und Kosten, die uns das dritte Jahr begleiten“. Viele Betriebsleiter seien „ziemlich deprimiert“, schilderte der Landvolkvorsitzende die Stimmung. „Und es denken mehrere Landwirte über das Aufhören nach.“

Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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