Brake „Für mich zählt immer noch die PIN oder die Unterschrift“, sagt Gabriele Volke, Leiterin des Schuhgeschäfts Volke. Hier gibt es ein EC-Cash-Gerät, „das reicht dann aber auch“, sagt sie. Noch nie habe die Inhaberin es erlebt, dass ein Kunde nach einer kontaktlosen Art des Bezahlens fragte.

Die NWZ hat in einigen Geschäften Brakes nachgefragt, wie etabliert diese Bezahlmethoden sind:

Im Hol‘ab!-Getränkemarkt an der Weserstraße kennt man das kontaktlose Bezahlen jedoch schon bestens. Ein Mitarbeiter informiert, dass es hier seit zwei Jahren die Möglichkeit gibt, mit dem Handy oder der EC-Karte durchs Auflegen zu bezahlen. Die Kunden würden dies nutzen. „Die fragen dann auch gezielt danach“, heißt es hier. Die meisten würden die Karte auflegen, doch mit dem Smartphone bezahlen käme hier auch ab und zu vor, aber seltener.

Mit der Uhr bezahlen

Aber was ist kontaktloses Bezahlen überhaupt? Die EC-, Kreditkarte oder das Smartphone werden nur noch an das Chash-Gerät herangehalten. Ein Einstecken der Karte wird überflüssig. Die Verbindung zum Abbuchen des Geldes wird dann über die sogenannte Near Field Communication (Nahfeldkommunikation, „NFC“) hergestellt. Höchstens vier Zentimeter darf das Handy oder die Karte dabei vom Terminal entfernt sein. Bei Beträgen bis zu 25 Euro geht das ohne PIN und ohne Unterschrift, einige Anbieter haben andere Grenzbeträge.

Damit das Ganze mit dem Handy funktioniert, braucht man eine App auf diesem Gerät. Es gibt verschiedene: Google, die Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken und andere bieten ihre jeweils eigenen Apps an. Sinn der Innovation ist es, den Vorgang an der Kasse zu beschleunigen. Gerade mal eine Sekunde dauert so das kontaktlose Bezahlen im Idealfall.

Die Technik ist bereits noch einen Schritt weiter. Immer mehr Armbanduhren kommen auf den Markt, die ebenfalls mit der „NFC“-Technologie ausgestattet sind. Auch Ringe und Armbänder sollen folgen. Der Trend geht zu den sogenannten Wearables (englisch: tragbar). Das sind Geräte, die man am Körper tragen kann und die zu technischen Funktionen fähig sind.

Im „Kreativ“ in Brake bleibt dies alles erstmal Zukunftsmusik, über eine mögliche Einführung solcher Geräte wird noch nicht gesprochen. Im Fischrestaurant Büsing im Famila-Center kann auch nur mit EC-Karte bezahlt werden, ebenso im Bekleidungsgeschäft Lille Hus und in der Buchhandlung Gollenstede.

Noch ferner ab von dieser Technologie sind einige gastronomische Betriebe. Beim Weserbäcker oder auch im Imbiss Ali Baba benötigt man unbedingt Bargeld, hier geht nichts auf elektronische Weise. Allgemein wurde auch von mehreren Verkäufern und Filialleitern der Grund geäußert: die neue Transaktionsmöglichkeit sei teurer, ein neues Gerät, welches dazu benötigt würde, sei zu kostspielig in der Anschaffung.

Im Famila-Markt selbst sind alle Kassen auf das neue System umgestellt. „Vor allem viele jüngere Kunden nutzen das“, sagt Marktleiterin Farina Büsing. Während ältere Generationen den Sinn der Umstellung meist noch nicht sehen und dem ganzen Prozess eher skeptisch begegnen, sei es für die jüngeren Kunden immer selbstverständlicher, dass das Bezahlen immer schneller werde. „Die meisten zahlen aber immer noch bar“, sagt Büsing. Ein Drittel ungefähr zahle mit EC-Karte, Nutzer des kontaktlosen Bezahlens inbegriffen, die restlichen zwei Drittel seien Barzahler, so die Marktleiterin. Im Blumengeschäft neben Famila sieht das ähnlich aus. „Wir haben hier so ein Gerät, aber die meisten zahlen bar“, sagt Mitarbeiterin Tanja Radmanovic. Einige wenige Kunden hätten aber auch hier schon die kontaktlose Funktion benutzt. Mit dem Handy habe hier noch keiner bezahlt. Die gleichen Aussagen kommen vom Dänischen Bettenlager.

Für die Eiligen

Im Futterhaus Brake informiert Franchiser Maik Figura: Nicht nur mit dem Smartphone, sondern auch mit der Uhr hätten hier schon Kunden bezahlt. „Das Drauflegen ist hier eingebürgert“, merkt Figura an. Für die Eiligen wäre dies eine Selbstverständlichkeit. „Da brauchst du auch nicht mehr fragen, ob die den Beleg wollen“, weiß der Geschäftsmann.

Er sieht in dem Trend eine „ganz gängige Geschichte“ und verweist auf andere Länder wie Island, in denen selbst kleinste Tankstellen mitten im Nirgendwo eher ein Kartengerät als eine Kasse hätten. Die treibende Kraft hierbei ist auch laut Figura die jüngere Generation.

Freya Adameck
Volontärin, 2. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion

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