Brake Das Elektroauto beschleunigt augenblicklich und summt los. „Wir sind so leise unterwegs, dass uns die Leute kaum hören“, erzählt Frank Oberegger. Vor allem auf Fußgänger müsse man daher verstärkt achten, wenn die Post mit dem Streetscooter ausgefahren werde. Die Geräuschbelastung jedenfalls ist gering.

Und das aufgeräumte Cockpit sorgt für guten Durchblick – auch wegen der erhöhten Sitzposition von Fahrer und Beifahrer. Die Fahrerkabine wurde speziell für die Anforderungen von Gewerbetreibenden entwickelt. Beispielsweise ist die Seitenwange des Fahrersitzes für den besseren Ein- und Ausstieg abgeflacht. Auf einem großen Display bietet die Rückfahrkamera zudem eine sehr gute Rundumsicht. Das erleichtert das Rangieren mit dem kompakten Fahrzeug ungemein. Auch sonst hat Frank Oberegger nichts zu beanstanden. „Ich bin absolut zufrieden“, merkt er an. Nach 10 000 Kilometern im Dauereinsatz zeigten die Wagen keine Ermüdungserscheinungen. Sie seien im Betrieb zuverlässig.

Seit 2016 in der Serienfertigung

Im Jahr 2010 war die Street Scooter GmbH gegründet worden. Es handelte sich um eine privatwirtschaftlich organisierte Forschungsinitiative an der RWTH Aachen, die zusammen mit 80 mittelständischen Unternehmen und zahlreichen Forschungseinrichtungen das Elektrofahrzeug für den Kurzstreckenverkehr entwickelte.

Im Dezember 2014 kaufte die Deutsche Post das Unternehmen. 2016 wurde mit der Serienfertigung des Streetscooter Work begonnen. An den Standorten in Aachen und Düren werden die Transporter Work und der etwas größere Work L produziert, in Kooperation mit Ford wird seit 2017 ein noch größeres Auto, der Wagen Work XL, entwickelt.

Die Fahrzeuge werden über Nacht aufgeladen. Der Ladevorgang (400 Volt Drehstrom) dauert maximal acht Stunden. Serienmäßig gibt es Sitz- und Frontscheibenheizung sowie beheizbare Außenspiegel.

Mittlerweile sind bundesweit knapp 9000 Fahrzeuge im Einsatz. Die Kosten für ein solches Auto liegen bei etwa 40 000 Euro.

Der 49-Jährige ist seit mittlerweile 32 Jahren bei der Post. Er hat in seiner Dienstzeit schon viel erlebt und so manches Auto bewegt. Da freut es den Teamleiter nun ganz besonders, dass mit dem Streetscooter ein Auto daher kommt, das endlich auch einmal auf die Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten ist. Die Ladefläche sei beidseitig mit einer Schiebetür und per großer Heckklappe zugänglich. Der Wagen biete mehr Stauraum, zudem sei der ebene Ladeboden ohne die sonst üblichen störenden Radkästen, so dass sich die Fracht besser unterbringen lasse, zählt er die Vorteile auf. An weiteren Details wird deutlich, wie sehr beim Streetscooter der Fokus auf die Menschen, die ihn nutzen, gelegt wird: „Die im Laderaum verbaute Beleuchtung besteht aus mehreren LED-Lampen mit Bewegungsmelder“, erläutert Frank Oberegger. Das sei sehr praktisch im Alltag. Auch die Ladekante liege nicht zu tief, so dass man sich nicht sonderlich bücken oder in die Hocke gehen müsse, um Pakete von der Ladefläche zu nehmen.

Kurzum: Das Auto ist nach Frank Obereggers Worten ein großer Wurf. Mitte 2018 seien die ersten Elektrowagen auf den Posthof an der Breiten Straße 156 in Brake gerollt. Es ist der einzige Streetscooter-Stützpunkt in der Wesermarsch. Mittlerweile gibt es in der Kreisstadt 18 Wagen, die morgens sternförmig losfahren. „Wir wollen möglichst überall ein Zeichen setzen“, betont Frank Oberegger. Die Routen führten über die Stadtgrenze hinaus bis Ovelgönne, Jade und Elsfleth. Zum großen Stützpunkt, der Niederlassung Brief in Oldenburg, zählten insgesamt 150 Streetscooter. Ziel sei es in Brake, den ganzen Standort mit Streetscootern zu versorgen. Dann käme man auf 36 Fahrzeuge.

Die Deutsche Post AG hat nach den Worten von Maike Wintjen (Pressestelle Hamburg der Deutschen Post) das große Ziel, bis 2025 zu 70 Prozent emissionsfrei unterwegs zu sein. „Und 2050 zu hundert Prozent“, betont sie bei ihrem Besuch in Brake. Mit dabei ist auch Hasan Kobal von der Post-Niederlassung in Wilhelmshaven.

Für Frank Oberegger ist das Fahrzeug ideal. Ohne Ruckeln und Zuckeln lässt sich der Streetscooter problemlos fahren, der zudem auch flott unterwegs ist. In der Spitze bringt es das Elektroauto auf Tempo 95. Die Reichweite beträgt nach seinen Worten rund 160 Kilometer (Modell Work L). Danach muss der Wagen an die Zapfsäule.

Morgens ist der Streetscooter startklar. An der Ladestelle hat er seine Energie für den Tag bekommen. Im Winter zeigten sich weitere Vorteile, so Frank Oberegger. Die Scheiben seien dann eisfrei und die Fahrerkabine schon angenehm temperiert – das Elektroauto ist halt für jede Jahreszeit gerüstet.

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Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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