Lärmaktionsplan
„Ruhiges Gebiet“ soll Entwicklung nicht behindern

Bild: stepmap
Vor allem die Anlieger der Oldenburger Heerstraße (B 211) sind von Verkehrslärm betroffen. Nach Fertigstellung der B 211neu soll sich die Situation verbessern.Bild: stepmap
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Brake Lärm kann krank machen. Das gilt auch für Straßenlärm. Einem besseren Schutz der Anwohner soll die Umgebungslärmrichtlinie der EU dienen, für deren Umsetzung betroffene Kommunen Lärmaktionspläne aufstellen müssen. Betroffen sind Städte und Gemeinden, wenn sie an „Hauptverkehrsstraßen mit einem Verkehrsaufkommen von über drei Millionen Kraftfahrzeugen pro Jahr“ liegen. Für Brake trifft dies sowohl auf die B 212 (8400 bzw. 13 300 Kraftfahrzeuge/Tag) sowie die B 211 (10 600 Fahrzeuge/Tag) zu.

In Brake seien rund 100 Menschen durch Straßenlärm nach Maßgabe der Richtlinie belastet, ließ Diplom-Geograph Carsten Kurz den Ausschuss für Bau, Planung, Umwelt und Verkehr wissen. Das Hamburger Gutachterbüro Lärmkontor hat für die Stadt Brake den Lärmaktionsplan erstellt. Von einer hohen Belastung wird bei mehr als 55 db(A) in der Nacht ausgegangen, von sehr hohen ab 60 db(A). Sämtliche betroffenen Wohngebäude liegen in erster Reihe der B 211 sowie an der B 212. Die Werte beruhen auf Berechnungen einer Lärmkartierung des niedersächsischen Umweltministeriums. Für die B 211 und B 212 ist die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr der Baulastträger. Diese ist auch für Maßnahmen zur Lärmminderung zuständig.

„Die Maßnahme“ ist für den Gutachter der Bau der B 211neu. „Dadurch wird es deutlich leiser entlang der alten Straße.“ Nach einer Rückstufung der bisherigen Bundesstraße könne die Stadt dann auch in eigener Zuständigkeit weitere Maßnahmen wie Temporeduzierungen oder Lkw-Sperrungen überlegen. Gutachter Kurz betonte allerdings, dass die im Lärmaktionsplan vorgeschlagenen Maßnahmen keine eigenständige Rechtsgrundlage seien und nicht eingeklagt werden könnten. Die Lärmaktionspläne sind alle fünf Jahre zu überprüfen und – wenn erforderlich – zu überarbeiten.

Für Unverständnis sorgte die Ausweisung eines Strandabschnitts zwischen Kirchhammelwarden und Stadtgrenze zu Elsfleth als so genanntes „ruhiges Gebiet“. Diese können die Kommunen festlegen, sie sollen vor einer Zunahme des Lärms geschützt werden. Heinz-Werner Horstmann (SPD) sieht angesichts der begonnenen und erhofften Entwicklung der Elsflether Werft auf dem ehemaligen Lühring-Gelände (das nördlich angrenzt) allerdings die Gefahr, dass eine solche Ausweisung einer zukünftigen Bauleitplanung entgegenstehen könnte. Auch Hans-Dieter Beck (CDU) forderte, eine Abstandsregelung zur Werft aufzunehmen. Fachbereichsleiter Rainer Hinrichs kündigte angesichts dieser Vorbehalte an, das „ruhige Gebiet“ aus der Planung herauszunehmen, bevor der Stadtrat den Lärmaktionsplan verabschiedet.

Grundlegende Kritik äußerte Reiner Gollenstede (WGB) an dem Lärmaktionsplan: Die Stadt müsse ihn aufstellen, habe bei den Straßen aber keinen Einfluss auf Maßnahmen. Die Weserstraße hingegen sei per Definition nicht zu überprüfen, bleibe als Zufahrt zum Hafen aber ein Lärmschwerpunkt.

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