Brake Den größten Geburtstagswunsch des Kriseninterventionsteams Wesermarsch (KIT) kann ihm auch sein Schirmherr Björn Thümler nicht erfüllen. Aber der CDU-Landtagsabgeordnete wiederholte ihn zur Eröffnung der Fachtagung aus Anlass des zehnjährigen KIT-Bestehens unmissverständlich: „Wir müssen endlich eine dauerhafte finanzielle Ausstattung für das ehrenamtlich tätige KIT hinbekommen, dem wir als Gesellschaft zu großem Dank verpflichtet sind.“

Doch beim Kriseninterventionsteam sind berechenbare Einnahmen zu einem großen Teil Fehlanzeige. Obwohl das KIT im gesamten Landkreis Wesermarsch gerufen wird, zahlen lediglich der Landkreis und die Stadt Brake regelmäßig Zuschüsse. Dabei ist nicht nur die qualifizierte Ausbildung ein Kostenfaktor. Ebenso müssen die Miete der Vereinsgeschäftsstelle inklusive Trauertreff, Einsatzmaterialien und Einsatzbus bezahlt werden.

KIT-Vorsitzender Thomas Wulf beklagt gegenüber der NWZ: „Durch die kontinuierlich steigenden Einsatzzahlen spitzt sich die finanzielle Situation weiter zu. In diesem Jahr waren es bereits 52 Einsätze – im Vergleich zu 65 im gesamten vergangenen Jahr.“

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Dass diese Einsätze nach Unglücks- und Todesfällen oft an die Substanz der Helfer gehen, wurde auch während der Fachtagung im Forum des Berufsbildungszentrums deutlich. Gekommen waren Mitarbeiter mehrerer Kriseninterventionsteams aus dem gesamten Bundesgebiet sowie andere Menschen, die sich der „Psychosozialen Notfallversorgung“ (PSNV) verbunden fühlen. Die rund 120 Teilnehmer hörten insgesamt fünf Vorträge mit anschließender Diskussion.

Besonders Dr. Dominik Hinzmann zog das Publikum in seinen Bann. Der Mediziner war im Juli 2016 während des Amoklaufes in München im ehrenamtlichen Einsatz, leitete die PSNV-Aktivitäten im und am Olympia-Einkaufszentrum. Hinzmann nahm kein Blatt vor den Mund: „Alle Einsatzkräfte hatten Angst, zumal wir lange Zeit von einem terroristischen Anschlag ausgehen mussten und viele Falschmeldungen kursierten. Wir von der PSNV hatten jedoch nur unsere Warnwesten.“ Und jede Menge zu tun. Nicht nur Angehörige und Hinterbliebene der neun Ermordeten sowie die Familie des Täters, der später Selbstmord begangen hatte, benötigten Hilfe. Außerdem brauchte zum Beispiel Verkaufspersonal Beistand, das sich im Einkaufszentrum verschanzt hatte. Und im Polizeipräsidium hatten sich mehrere hundert angsterfüllte Bürger eingefunden, die ebenfalls betreut werden mussten. „Nachdem die Polizei vom Tatort abgerückt war“, schilderte Hinzmann, „mussten wir vom KIT noch eine Woche weiter machen.“

Die Fachtagung endete mit einem Vortrag von Sami Sipahi, der über Leben und Sterben im Islam sprach.

Und weil der Humor nicht zu kurz kommen darf, sorgte das Spontantheater Bumerang für Unterhaltung.

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