Brake /Hannover /Rom Niedersachsens Agrar- und Fischereiministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) hat Verständnis für die Sorgen der Fischer. „Es ist mir wichtig, die Küstenfischerei in Niedersachsen zu unterstützen“, sagte sie. Eine Nordseeküste ohne Fisch- und Krabbenkutter sei undenkbar.

Die Ministerin diskutierte jetzt mit dem Vorsitzenden des Landesfischereiverbandes Weser-Ems die Situation der kleinen Hochsee- und Küstenfischerei während der Corona-Pandemie. An dem Gespräch nahmen auch Fachleute der Landwirtschaftskammer Niedersachsen teil.

Wettbewerb verzerrt

Bei dieser Unterredung wurde von Fischerei-Seite bemängelt, dass die Überbrückungsbeihilfen bei befristeten Stilllegungen von Fischereifahrzeugen – gezahlt von der Europäischen Union – in Deutschland geringer ausfallen und anders gehandhabt werden als in den Niederlanden. „Das verzerrt den Wettbewerb und ist so nicht hinnehmbar“, meint auch der CDU-Landtagsabgeordnete Björn Thümler. Deshalb sei es zu unterstützen, wenn Barbara Otte-Kinast im Dialog mit dem zuständigen Bund eine Problemlösung finden wolle, so der Minister für Wissenschaft und Kultur.

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Nachhaltig gefischt

Dass auch künftig die Kutter zum Fischfang aufs Meer hinaus fahren, davon ist Dieter Hullmann überzeugt. Und der neuste Bericht der Welternährungsorganisation (FAO) gibt ihm Recht. Denn in der zweijährigen Bestandsaufnahme zum Zustand der Weltfischerei und Aquakultur 2020 unter dem Titel „Nachhaltigkeit in Aktion“ werden die Fortschritte und künftigen Herausforderungen für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Fischbestände dargestellt.

Laut FAO wurden 2018 etwa 65,6 Prozent der weltweiten marinen Fischbestände nachhaltig bewirtschaftet. Bezogen auf die Anlandemengen stammten demnach schätzungsweise 78,7 Prozent der weltweiten Anlandungen in der Meeresfischerei aus biologisch nachhaltig bewirtschafteten Beständen. Allerdings gelten besonders das Mittelmeer und das Schwarze Meer weiterhin als stark überfischt.

Bestände erholen sich

Der Nordost-Atlantik, einschließlich Nord- und Ostsee, zählt hingegen zu den am nachhaltigsten bewirtschafteten Meeresgebieten. Hier wurden 79,3 Prozent der Bestände nachhaltig bewirtschaftet. Seit Ende der 1980er Jahre liegt die weltweite Fischfangmenge relativ stabil. Die Fänge schwanken zwischen 86 und 93 Millionen Tonnen pro Jahr. Im Jahr 2018 erreichte die weltweite Fischfangmenge mit 96,4 Millionen Tonnen den höchsten jemals verzeichneten Wert. Davon stammten zwölf Millionen Tonnen aus der Binnenfischerei.

Zweifel an Quoten

Dieter Hullmann ist Geschäftsführender Vorstandsvorsitzender der Fischergenossenschaft Elsfleth und Vorstandsmitglied des Deutschen Fischereiverbands sowie der beiden Landesfischerverbände Schleswig-Holstein und Weser-Ems. Ihn wurmen die Fangquoten für Nord- und Ostsee, die EU-Fischereiminister Ende des vergangenen Jahres beschlossen haben. Und das alles, weil laut Dieter Hullmann die Wissenschaft eine solche Empfehlung gegeben hat. Dabei hat es nach seinen Worten in den vergangenen Jahrzehnten immer schon Schwankungen in den Beständen gegeben, die sich aber nicht erklären ließen.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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