Brake Eine kleine Zeitreise durch unsere Zeitung zeigte, es war nicht das erste Mal, dass die heutige Kultkneipe „Zur Ecke“ an der Ecke Bahnhof- und Neustadtstraße in Brake erwähnt wurde. Das teilte uns der aufmerksame Leser Klaus Kirsch mit und ließ uns gleich die entsprechenden Artikel zukommen.

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Am 24. Januar 1957 wurde das erste Mal über die „Zur Ecke“ berichtet. Damals hieß es, dass gerade vier Garagen gebaut werden, die zu einer neuen Gastwirtschaft gehören, die im ehemals Behrensschen Haus an der Straßenecke entsteht und die Gastwirt Hermann Schultze, seit acht Jahren Pächter des 200 Jahre alten „Bremer Schlüssels“ an der Kaje, bauen lässt.

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Es wurde von modern eingerichteten Toilettenanlagen berichtet und geplanten Hotelzimmern, die über den Garagen entstehen sollten. Die im Eckhaus durch Umbau entstehende Gastwirtschaft sollte neben einem Gastzimmer zwei geräumige Klubzimmer erhalten. Der Plan war, bis Ende Januar 1957 mit den Baumaßnahmen fertig zu sein, damit am 1. März die Gaststätte feierlich eröffnet werden konnte.

Keine zwei Monate später, am 8. März, wurde über die Eröffnung des „Gasthofs zur Ecke“ berichtet. Damals hieß es, dass die gemütliche und moderne Einrichtung dieser neuen Gaststätte die beste Gewähr für eine gepflegte Gastlichkeit biete. Im Weiteren wurde über einen Garagenneubau berichtet, auf den später Hotelzimmer aufgestockt werden sollten, um die Kapazität der Gaststätte erheblich zu erweitern.

Diese Artikel zeigen, dass die Gaststätte vor Kurzem 62 Jahre alt wurde und zu damaliger Zeit eine moderne Gaststätte war. Doch aus dem Projekt, über den Garagen Hotelzimmer zu bauen, wurde bekanntlich nichts.

Und wäre es nach dem Bebauungsplan aus dem Jahr 1979 gegangen, so würde die Gaststätte „Zur Ecke“ heute gar nicht mehr existieren. Der sah eigentlich vor, das baufällige Haus abzureißen, wie es in einem weiteren Artikel unserer Zeitung vom 4. Februar 1994 hieß. Eine bessere Verkehrsführung an der Einmündung in die Neustadtstraße für den Schwerlastverkehr zum Hafen wurde damals als Begründung angeführt.

Doch die „Zur Ecke“ hatte Glück, denn mit der Nordstraße und der künftigen Verkehrsführung zum Südpier hatte sich die Situation nach Ansicht des städtischen Bauamtes geändert. Nicht nur, dass das Gebäude der Abrissbirne entging, es sollte sogar saniert werden, wofür der damalige Bauoberrat Gottfried Kobloch im Bauausschuss plädierte: „Wir sollten im Stadtgebiet nicht unnötig Baulücken schaffen.“ Doch die Begründung war wenig schmeichelhaft, denn wegen der schwierigen Kernlage und des engen Grundstückes sei es kein attraktiver Standort für ein neues Wohn- und Geschäftshaus gewesen. Zudem würden durch einen Abriss des Gebäudes nur weitaus baufälligere Gebäude zum Vorschein kommen, die dahinter liegen, wie es im Artikel hieß.

Trotz damaliger Einwände von Gert Rosenbohm (CDU), der beanstandete, dass die Situation an der Neustadtstraße für den nach links in die Innenstadt abbiegenden Verkehr unübersichtlich sei, und eine entschärfte Einmündung forderte, wurde die Gaststätte verschont. Und so steht die „Zur Ecke“ noch heute an der Ecke Bahnhof- und Neustadtstraße und ist zu einer Kultkneipe geworden, wie der jetzige Inhaber sagt.

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Soeke Heykes Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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