Brake Ganz neu ist der orientalische Laden von Wedad Abdulrahem an der Golzwarder Straße nicht. Für die 56-Jährige ist die Neueröffnung trotzdem ein Meilenstein in ihrem Leben. „Meine Tochter Duria und ich arbeiten hier gemeinsam“, erzählt sie.

Kalte Winter

Das bedeutet ihr viel, denn viele Jahre hat sie mit ihrem Geschäft allein für ihre Familie gesorgt. „Mein Mann und ich sind 2004 nach Brake gekommen. Kurz darauf wurde er schwer krank“, erinnert sie sich. „Ich war allein mit fünf kleinen Kindern. Am Anfang hatte ich nur ein Regalbrett mit Ware. Doch ich habe es geschafft.“

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Das seien sehr schwere Zeiten gewesen, in denen sie oft nicht wusste, wie sie das Haus für die Kinder im Winter heizen sollte. „Es gab damals Menschen, die mir geholfen haben, zum Beispiel mit Feuerholz. Das werde ich ihnen nie vergessen“, sagt Wedad Abdulrahem.

Drei Jahre lang musste ihr Mann im Krankenhaus bleiben. „Es stand oft schlimm um ihn“, erzählt sie ernst. Als er nach Hause durfte, angewiesen auf einen Rollstuhl, kümmerte sich die 56-Jährige weiter um den Laden. „Ich habe meinen Führerschein gemacht. So kann ich in Bremen auf den Großmarkt fahren. Zwei- bis dreimal die Woche bin ich dort. Meine Gewürze beziehe ich auch Hamburg“, erklärt sie. „Noch immer unterstütze ich meine Kinder“, sagt sie stolz. Zwei ihrer Töchter studieren schon, die Söhne streben eine Laufbahn bei der Polizei an.

Nach Deutschland gekommen sind Wedad Abdulrahem und ihr Mann schon 1996 aus dem Irak. „Wir haben dort beide in der Tourismusbranche gearbeitet. Nach dem zweiten Golfkrieg war es mit dem Tourismus dann vorbei und es wurde schwer für uns, wie für viele andere“, erzählt sie von ihren Gründen für die Flucht nach Deutschland. „Meine älteren Kinder können sich an diese Jahre noch erinnern.“

Dass sie nun mit Tochter Duria, die schon eine Ausbildung abgeschlossen hat, in ihrem schmucken Geschäft steht, hat sich Wedad Abdulrahem durch harte Arbeit ermöglicht. „Die meisten unserer Kunden sind Deutsche“, erzählt sie. Aber auch Menschen aus der Türkei oder Russland schätzen ihr Sortiment.

Kochen auf Facebook

„Wir haben frisches Brot, viele Spezialitäten und auf Wunsch mahle ich die Gewürze frisch“, so die 56-Jährige, die den Blick stets in die Zukunft richtet. So bietet sie für Interessierte auch Kochkurse an der Kreisvolkshochschule (KVHS) an. Außerdem plant sie, schon bald jede Woche ein Rezept auf Facebook vorzustellen.

Friederike Liebscher Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
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