Butjadingen Butjenter Bürgerbus, Moorseer Mühle, Johanniter-Unfallhilfe, Altersabteilung der Feuerwehr, Bürgerverein und Rüstringer Heimatbund: Zuhause in Stollhamm ist Anton Günter Reumann selten. „Was soll ich denn auf dem Sofa sitzen?“, fragt der 78-Jährige – und versteht es nicht so ganz, wenn man ihn fragt, warum er sich so stark ehrenamtlich engagiert. „Mir macht es einfach Spaß.“ Für seinen großen Einsatz ist Anton Günter Reumann bereits mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Jetzt ist er als Kandidat für die Wahl der Butjadinger Menschen des Jahres vorgeschlagen worden.

2007 war der Stollhammer Mitgründer des Butjadinger Bürgerbusses, seitdem übernimmt er regelmäßig Fahrten. Das ist in letzter Zeit ein bisschen weniger geworden, aber wenn Not am Mann ist, springt Anton Günter Reumann immer noch gerne ein. „Wenn jemand anruft und Hilfe braucht, dann fährt er los“, erzählt seine Tochter Doris Feldtange im Gespräch mit der NWZ .

Auswahl hat der Rentner genug. Für die Moorseer Mühle absolvierte Anton Günter Reumann eine Ausbildung zum Freiwilligen Müller für Wind- und Wassermühlen; seitdem ist die Mühle so etwas wie sein zweites Zuhause. Der Stollhammer kennt jede Schaube des alten Bauwerks, und wenn mal etwas an den Flügeln repariert werden muss, steigt er bereitwillig auf: Sein Beruf als Dachdecker hat jede Spur von Höhenangst beseitigt.

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Aber nicht nur fürs Busfahren und für Mühlen kann sich Anton Günter Reumann begeistern. Für die Johanniter-Unfallhilfe übernimmt der rüstige Rentner Transportfahrten für die Tagespflege und für Flüchtlinge. Bis nach Frankfurt war er für den Hilfsdienst schon unterwegs. Die längsten Fahrten stehen aber zweimal im Jahr an, wenn Anton Günter Reumann Hilfsgüter nach Litauen bringt.

Beim Bürgerverein Stollhamm war Anton Günter Reumann viele Jahre lang Vorsitzender, seit 2012 ist er Ehrenmitglied und Vereins-Faktotum – ein Wort, das aus dem Lateinischen stammt und so viel wie „Tu alles!“ bedeutet. Und genau das macht der 78-Jährige. Aktuell hilft er beim Bühnenbau für ein Theaterstück. „Er ist eigentlich immer unterwegs“, sagt Doris Feldtange. Gestresst wirkt Anton Günter Reumann dabei aber nicht, im Gegenteil: Der volle Terminplan gefällt ihm – alles andere wäre ihm zu langweilig, sagt er.

Der Kontakt zu Menschen macht ihm Spaß, aber im Mittelpunkt stehen möchte Anton Günter Reumann eigentlich nicht. „Ich helfe gerne, das ist Antrieb genug.“ Und genau das schätzen die Menschen an ihm: seine uneigennützige und unkomplizierte Hilfsbereitschaft. So auch im Fall des Bürgerbusses: Eigentlich sollte Reumann in diesem Februar gar nicht fahren. „Das hat sich vor zwei Stunden erledigt“, erzählt er und lacht. „Ich muss einspringen, also mache ich heute Abend wieder meine Tour.“

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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