Berne Dass die Ortsdurchfahrt in Berne eines DER Nadelöhre in der Region ist, ist lange bekannt. In der Sanierung des Ortskerns ist der Umbau der Langen Straße ein zentraler Punkt.

Die Ausgangslage

2014 hat der Rat das Sanierungsverfahren „Stadtumbau West – Berne – Historischer Ortskern Berne“ auf den Weg gebracht. Das Programm ist auf zehn Jahre ausgelegt. Das Förderprogramm „Stadtumbau West“ geht jetzt im Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung – Lebenswerte Quartiere gestalten“ auf. In Berne läuft das Sanierungsverfahren künftig unter dem Titel „Städtebauliches Sanierungsverfahren Berne – Historischer Ortskern“ weiter.

Die Planung

Nachdem mit dem Breithof der zentrale Platz saniert wurde, Parkplätze im Ort umgestaltet wurden und erste Häuser saniert wurden, steht nun der Umbau der Langen Straße an. Angesichts der dichten Bebauung ist die gewünschte Gehwegbreite von 2,50 Meter auf der südwestlichen Seite nicht durchgängig erreichbar. Radfahrer müssen auf die Straße. Die soll 4,75 Meter breit werden, um Begegnungsverkehr zu erlauben. An Engstellen ist eine einstreifige Verkehrslösung geplant. Während der Ernteperiode könnte eine Ampel die Durchfahrt dieser Bereiche regeln.

Nach aktuellen Stand wird der landwirtschaftliche Verkehr weiter die Ortsdurchfahrt nutzen müssen. Mit der Verkehrsbehörde (Landkreis) und dem Straßenbaulastträger der B 212neu (Bund) soll aber noch über eine Freigabe der Ortsumgehung verhandelt werden. Hoffnung äußerte Bürgermeister Hartmut Schierenstedt: Mündlich habe er die Zusage einer ministeriellen Weisung.

Der Zeitplan

Zwar gibt es einen groben Zeitplan, der einen Baubeginn im März 2021 vorsieht. Der wird von der Politik allerdings sehr kritisch gesehen. „Sehr irritierend“ (Markus Baritz, SPD), „die aufgeführten Termine sind nicht mal die Folie wert, auf der sie stehen“ (Hauke Uphoff-Bartelds, Grüne) waren zwei Ansichten im Ausschuss für Gemeindeentwicklung angesichts der noch ausstehenden Verkehrsfreigabe der Ortsumgehung B 212neu (frühestens im vierten Quartal dieses Jahres) und der erst anschließend zu vollziehenden Übergabe der B 212 (alt) vom Bund an die Gemeinde sowie von Planung und Ausschreibung. So trägt sich etwa der OOWV mit dem Gedanken, die bisher hinter den Häusern verlaufenden Abwasserkanäle in die Lange Straße zu verlegen.

Auch Fachbereichsleiter Michael Heibült sieht das als „sportliche Aufgabe“ an. Er verweist aber auf das ursprüngliche Ansinnen, „den Anwohnern der Langen Straße nach Freigabe der B 212neu ein Jahr Ruhepause zu gönnen.“ Diese Zeit könne genutzt werden. „Wir werden im Laufe des Jahres 2021 mit den Baumaßnahmen beginnen“, ist sich Heibült sicher.

Zudem schlägt die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) eine Verlängerung der bis 2024 beantragten Maßnahme um fünf Jahre vor. Das würde auch die Finanzierung – und damit auch den gemeindlichen Anteil – weiter strecken. Notwendig dazu sind allerdings ein Ratsbeschluss und die Genehmigung durch das Land.

Die Kosten

Auf Grundlage einer Kostenschätzung aus dem Jahr 2004 wurden die Gesamtkosten für den „Stadtumbau West“ auf 8,66 Millionen Euro festgesetzt. Die Förderung ist auf 7,5 Millionen Euro gedeckelt. Bleibe die Summe, könne das zu Lasten einiger Maßnahmen gehen, sagte Heibült. „Die Gegenfinanzierung ist immer eine Herausforderung.“ Für das laufende Jahr sind Ausgaben in Höhe von gut 813 000 Euro geplant. Insgesamt ausgegeben worden sind bisher rund 850 000 Euro Erschließungsmaßnahmen (vor allem Breithof und Parkplätze im Ortskern), rund 165 000 Euro für Baumaßnahmen (Gebäudesanierung) sowie knapp 280 000 Euro Trägerhonorar an die NLG.

Weiter Kosten kommen auf die Gemeinde zu. „Wenn die Baumaßnahme beendet ist, ist der Schwarze Weg kaputt“, gibt Karl-Ernst Thümler (CDU) über die Nutzung der Umleitungsstrecke zu bedenken. Und: „Dem widerspricht die Verwaltung nicht“, entgegnete Schieren­stedt im Ausschuss. „Es ist aber alternativlos.“

Die Privaten

13 Vertragsabschlüsse mit Privateigentümer sind bisher verzeichnet, sieben Maßnahmen sind bisher umgesetzt, ein weiterer Vertrag befindet sich in der Vorbereitung. Insgesamt haben Privatleute schon 843 451 Euro investiert und 365 048 Euro Förderung erhalten. Steffen Diekhoff (NLG) ist sich aber sicher, dass „das Fahrt aufnehmen wird, wenn die Ortsdurchfahrt saniert ist“.

Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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