Berne Federleicht sind sie, doch für die Mitarbeiter der Kläranlage Berne des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV) sind sie zu einem schwerwiegenden Ärgernis geworden – nicht zum ersten Mal.

Reste von Feucht- und Hygienetüchern hatten sich um das Rührwerk in einem Becken gewickelt. Um das drei Tonnen schwere Knäuel aus verfilzten und zähen Strängen zu bergen und so einen Ausfall des Rührwerks zu verhindern, musste ein Autokran einer Spezialfirma geordert werden. „Das ist ein erheblicher, zusätzlicher und unnötiger Arbeitsaufwand gewesen“, sagt Kläranlagen-Leiter Robert Kuck.

Das Problem entsteht nach seiner Feststellung hauptsächlich durch die falsche Entsorgung der Feuchttücher. „Meist ist es Unwissenheit der Verbraucher, was diese Tücher anrichten“, weiß Kuck. Sein Tipp: Diese Feucht- und Hygienetücher sollten niemals in der Toilette heruntergespült, sondern immer in den Hausmüll gegeben werden. Das gelte auch für angeblich wasserlösliche Exemplare. „Es kann Stunden dauern, bis sie sich zersetzen. Bis dahin sind sie häufig längst in den 42 Schmutzwasserpumpen im Kanalnetz von Berne oder in der Kläranlage angekommen und sorgen für Probleme bei der Abwasserbeseitigung“, berichtet Robert Kuck.

Feuchttücher seien extrem reißfest und bestünden meist aus einem Polyester-Viskose-Gemisch oder aus Fasern, die in der Produktion mit Kunstharzen gefestigt werden.

Verstopfte Pumpen und blockierte Rührwerke führen nicht nur in Berne, sondern im Verbandsgebiet des OOWV mit seinen 46 Kläranlagen insgesamt zu Problemen. „Diese unnötige Mehrarbeit verursacht zusätzliche Kosten, die je nach Betroffenheit einen mittleren bis höheren Betrag pro Jahr ausmachen“, sagt Olaf Sonnenschein, Regionalleiter des OOWV für die Landkreise Wesermarsch und Cuxhaven.

„Wir kontrollieren im Bereich Berne die Pumpen regelmäßig. Nach durchschnittlich drei Monaten müssen wir sie reinigen, weil das immer größer werdende Bündel an weggespülten Feuchttüchern sie sonst zum Stillstand bringen würde“, ergänzt Lukas Sonnenschein, Anlagenkoordinator in Berne. Aber nicht alles bleibe in den Pumpen hängen, einiges gelange auch in die Kläranlage. Dort sei deshalb ebenfalls ein Entfernen der Reste in ähnlichen Abständen erforderlich, betont er.

Auf seiner Internet-Seite stellt der OOWV ein Info-Blatt („Vorsicht, Pumpenkiller“) mit Hinweisen zu diesem Thema bereit.


     www.oowv.de 
Torsten Wewer Elsfleth / Redaktion Brake
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

NWZONLINE-NEWSLETTER

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten.
Meine E-Mail wird nur zu diesem Zweck verwendet.
Einwilligung jederzeit wider­rufbar, Abmeldelink in jeder E-Mail. Die Datenschutz­erklärung habe ich zur Kenntnis genommen.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.