Berne „Der Storch konnte es gar nicht abwarten, sein neues neues Nest zu beziehen“, berichtet Udo Hilfers, Leiter der Berner Storchenstation. Vor einigen Wochen hatte ein Sturm das alte Nest an der Weserstraße hinter dem Edeka-Markt fast vom Mast gerissen. Ein Teil des Nestes war abgebrochen und abgestürzt, ein Teil hing noch ganz schief am Mast. Der Storch, der das Nest bezogen hatte, baute auf den schiefen Resten weiter.

Schnellstmöglich Ersatz

Udo Hilfers hatte sich darum bemüht, das zerstörte Nest schnellstmöglich zu ersetzen. Doch der Mast ist sehr schwer zu erreichen. Ursprünglich war geplant, mit einem Steiger an das Nest heranzukommen. Wie sich herausstellte, reichte nicht einmal ein Steiger mit einem Ausleger von 30 Metern aus.

Schließlich fand der Eigentümer des Grundstücks, auf dem das Nest steht, eine Lösung. Er konnte einen Gerüstbauer organisieren, der ihm kostenlos ein Gerüst rund um den Mast aufstellte. „Das war natürlich optimal, so konnten wir auf jeder Seite des Nestes stehen“, berichtet Udo Hilfers.

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Er hatte inzwischen ein Nest, das bei dem selben Sturm auf der Storchenstation mit einer Tanne umgerissen wurde, wieder flott gemacht. So konnten er und seine Helfer dem Storch ein praktisch fertiges Nest anbieten. „Es war so vorbereitet, der Storch musste theoretisch gar nichts mehr machen“, erzählt Udo Hilfers. Der Storch habe zwischendurch schon immer auf dem Gerüst gestanden und als die Helfer weg waren, fing er sofort an, neue Zweige im Nest zu verbauen, sagt Udo Hilfers.

Mehr als zehn Paare

Vom Gerüst aus habe er einen sehr guten Rundum-Blick auf die umliegenden Storchennester gehabt, berichtet Udo Hilfers. Dabei konnte er weitere acht Störche entdecken, die in der Umgebung gleichzeitig mit dem Nestbau beschäftigt waren.

Udo Hilfers geht sogar davon aus, das in diesem Jahr mehr als zehn Paare um das Zentrum Alte Molkerei nisten. Die hohe Zahl der Störche führt Udo Hilfers auch auf das starke Mäusejahr 2019 zurück. „Dadurch sind unheimlich viele Störche groß geworden“, berichtet der Berner Storchen-Experte.

So habe sich in Berne eine richtige Kolonie entwickelt. Udo Hilfers blickt deshalb mit Sorge auf das neue Baugebiet Hohes Feld I, auf dem am Schwarzen Weg inzwischen gearbeitet wird. Denn bei Baugebieten mit einer Größe unter einem Hektar seien keine Ausgleichsflächen vorgesehen, weiß Udo Hilfers.

Eine Ausgleichsfläche in unmittelbarer Nähe hält er jedoch für äußerst wichtig. Denn „die Jungen hier müssen durchgebracht werden“, mahnt Udo Hilfers.

Merle Ullrich Brake / Redaktion Brake
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