Berne Viele möchten es haben, aber nur wenige sind bereit, sich zu beteiligen: Das ist die Erfahrung von Heinz-Georg Helms und Wolfhard Hering. Seit etwas mehr als einem Jahr versuchen die beiden Berner in der Gemeinde ein Freifunknetz aufzubauen, das es jedem ermöglicht, kostenlos, ohne Einschränkungen und ohne das Datenvolumen des Smartphones aufzubrauchen, mobil im Internet zu surfen. Voraussetzung dazu ist, dass sich genügend Menschen beteiligen, die einen Freifunkrouter bei sich aufstellen.

Aber obwohl diese Aktion im vergangenen Oktober von der Landesregierung mit Fördergeldern vorangetrieben werden sollte, gibt es in Berne bisher nur acht Teilnehmer. „Es ist schwer zu vermitteln, dass absolut kein Risiko für die Aufsteller besteht. Immer wieder wurde bei Anfragen in örtlichen Arztpraxen oder Geschäften mit der Angst davor argumentiert, dass so auf im eigenen Netz gespeicherte Patientenakten oder das Warenwirtschaftssystem zugegriffen werden könnte“, berichtet Helms.

Das sei jedoch absolut nicht möglich. Die IP-Adresse, mit der die Daten vom Freifunkrouter zum Freifunk Netzwerk und erst von dort aus ins Internet weitergeleitet werden, sei eine ganz andere, macht Hering klar. Außerdem stünde der Anbieter beim Zugriff immer auf Platz 1 der Prioritätenliste, so dass er keine Leistungsverluste befürchten muss, räumt er einen weiteren Vorbehalt aus.

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Im Sommer hat die EU nun das „WIFI4EU“-Programm auf den Weg gebracht, mit dem die Einrichtung kostenloser WiFi-Hotspots an öffentlichen Plätzen vorangetrieben werden soll. Insgesamt 120 Millionen Euro stehen für einen freien Internetzugang beispielsweise in Rathäusern oder Parks von 6000 bis 8000 europäischen Städten und Gemeinden zur Verfügung.

Diese Summe soll voraussichtlich im Rahmen eines mehrjährigen Finanzplans um zusätzliche 25 bis 50 Millionen Euro aufgestockt werden. Beantragt werden kann die Förderung von Orten, in denen es bisher keine vergleichbaren Angebote gibt. Allerdings besteht bei Inanspruchnahme von Fördergeldern die Verpflichtung, den Betrieb des Wifi-Zugangs mindestens drei Jahre aufrecht zu erhalten.

Auch für Berne würde ein öffentliches W-Lan-Netz viele Vorteile bringen, sind Helms und Hering überzeugt. Die Zukunft lasse sich schließlich nicht aufhalten. Anders als die privat aufgestellten Freifunkrouter, die eine Reichweite von rund 100 Metern haben, ist diese bei den neuen Outdoorroutern durch eine optimierte Ausrichtung der Antennen dreimal so weit.

Vom Rathaus aus könnte so sogar der Berner Bahnhof mit freiem W-Lan versorgt werden. Aber auch für Großveranstaltungen lasse sich diese Technik nutzen. Bei allen viel frequentierten Flächen mache das Sinn, zählt Helms einige der Möglichkeiten auf.

Ein Gemeindebeauftragter, mit dem man sich zum Einrichten der öffentlichen Hotspots kurzschließen könne, oder der sich um die Beantragung der Fördermittel kümmert, wäre von Vorteil, sind beide überzeugt. Sie betonen jedoch, dass das Prinzip des Freifunks ist, dass sich jeder selber um den aufgestellten Router kümmert.

Gerne beantworten Heins-Georg Helms unter der Internetadresse freifunk-berne@t-online.de oder Wolfhard Hering unter der Telefonnummer 0172 4303763 Fragen zum Thema.

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