Nordenham Julius ist am Dienstag zur Welt gekommen. Mutter Claudia Schütze wickelt den jungen Mann in der Station für Gynäkologie und Geburtshilfe der Helios-Klinik Wesermarsch. Beide sind wohlauf. Julius ist eines von 157 Babys, die in diesem Jahr in der Klinik zur Welt gekommen sind. Und darauf sind Geschäftsführer Torge Koop und sein Team stolz. Nicht ohne Grund: Überall wird über den Rückgang der Geburtenzahlen geklagt. Nicht an der Helios-Klinik – hier freuen sich alle über eine Entwicklung, die so gar nicht zum demografischen Trend passt.

„Eigentlich müssten auch bei uns die Geburtenzahlen zurückgehen“, sagt Torge Koop. Aber das Gegenteil ist der Fall. „Es spricht einiges dafür, dass wir in diesem Jahr die Marke von 300 Babys knacken“, sagt Pflegedienstleiterin Anke Bessel-Dietrich. „Und das trotz eines massiven Einbruchs der Geburtenrate in der Wesermarsch“, wie der Geschäftsführer betont. Zum Vergleich: 2012 kamen 278 Babys in der Helios-Klinik zur Welt, 2013 waren es 297 und im vergangenen Jahr 272.

Der Einzugsbereich der Geburtsstation erstreckt sich über die gesamte Wesermarsch. Dass die meisten Frauen in Nordenham entbinden, ist nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit. Vor allem in den Randbereichen des Landkreises sind die Geburtsstationen in Varel, Oldenburg und Bremen näher gelegen. Dass die Helios-Klinik für immer mehr Frauen trotzdem erste Wahl ist, führt Anke Bessel-Dietrich auf die familiäre Atmosphäre zurück. Bemerkenswert findet Torge Koop, dass inzwischen zehn Prozent der Mütter aus Bremerhaven kommen.

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Maren Kloy, die zum Pflegeteam der Station gehört, weist unter anderem auf die Familienzimmer hin. Hier können Angehörige die werdende Mutter begleiten. „Wir bemühen uns zudem, dass alle Mütter ein Einzelzimmer bekommen. Das klappt nicht immer, aber meistens.“

Die individuelle Betreuung in einer vergleichsweise kleinen Klinik schätzen nicht nur die Mütter, sondern auch die Hebammen. Zurzeit gehören sechs feste Mitarbeiterinnen und eine Vertretungskraft zum Hebammen-Team. Zwei Hebammen, die zuvor in großen Kliniken angestellt waren, sind gerade neu dazu gekommen: Sarai Wosnik aus Hamburg und Ann-Jule Wowretzko aus Berlin. Auch sie haben sich bewusst für Nordenham entschieden, weil hier eine individuellere Betreuung der Frauen möglich ist. „Man hat hier mehr Zeit für die Frauen“, sagt Sarai Wosnik. „In großen Häusern weiß man manchmal nicht einmal die Namen der Frauen. Das ist hier zum Glück ganz anders“, freut sich Ann-Jule Wowretzko.

Anke Bessel-Dietrich bezeichnet die Neuzugänge als großen Glücksfall. Hebammen zu bekommen, sei zurzeit äußerst schwierig. Wegen der hohen Kosten für die Haftpflichtversicherung haben zuletzt viele Hebammen ihren Job an den Nagel gehängt.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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