ELSFLETH „Dort, wo Elsfleth am elegantesten ist, dort wo früher geistige Getränke produziert wurden und wo jetzt der Geist in Gang gehalten wird, lohnt es sich für meinen Sender, in Reisekosten zu investieren.“ Dieses Kompliment macht Günther Meyer, Moderator des 1386. Hafenkonzerts, noch bevor das Radio-Bremen-Team am „Tag der offenen Tür“ auf dem Elsflether Campus auf den Sender geht. Dann ertönt die Erkennungsmelodie und mit Witz und Charme, so wie ihn seine Hörer lieben, führt der Moderator durch das Programm und die Gesprächsrunden.

Hoher Frauenanteil

Dass Meyer so gut drauf ist, liegt nicht zuletzt daran, dass der Bremer seine Elsflether Gesprächspartner seit langem kennt. Seinen Interviewpartnern fällt es nicht schwer, die maritimen Schokoladenseiten, respektive die des neuen Campus’, ins rechte Licht zu stellen. „Weitaus ausgeschlafener, als andere Standorte“, charakterisiert der Präsident der FH, Dr. Elmar Schreiber, den Fachbereich Seefahrt. Dekan Klaus-Jürgen Windeck hebt den außergewöhnlich hohen Frauenanteil in der Nautik-Ausbildung hervor – und dazu gibts gleich von der Big-Band „Bremer Stadtmusikanten“ den passenden Song: „Girls, girls, girls.“

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Für den Verein „Freunde der Seefahrtschule“ wirbt Erhard Bülow, Rainer Schmele informiert über die Schiffsmechanikerausbildung, Verena Beckhusen (Beluga Shipping) spricht über die Zukunftsperspektiven ihrer Reederei und der maritimen Wirtschaft und Nautik-Studentin Susanne Berner über das Freizeitverhalten der Studierenden.

„Was anderen Männern die elektrische Eisenbahn, ist für Kapitän Horst Werner Janssen die Lissi“, begrüßt Meyer seinen langjährigen Elsflether Freund. Schließlich zieht Günther Meyer Bilanz: „Man orientiert sich an Elsflether Modellen, wenn irgendwo auf der Welt etwas maritim passiert.“ Musikalisch-maritim unterhalten ein gut aufgelegter Elsflether Visurgen-Shanty Chor, die Sängerin Karin Ploog, die Big-Band unter der Leitung von Prof. Harry Schmadtke, Robert Walla samt Rhythmusgruppe und die Solisten.

Labskaus in der Mensa

„Bleiben wir doch gleich hier und essen in der Mensa Labskaus“, sagten sich am Sonntagvormittag unzählige Besucher, die am „Tag der offenen Tür“ die drei Gebäude auf dem Elsflether Campus unter die Lupe nahmen. Nach dem Frühstück beim Hafenkonzert war das eine gute Idee. Gelobt wurde nicht nur die neue Mensa, sondern auch die großzügig bemessene Bibliothek im Haus der Fachhochschule, die ganze Besucherscharen anzog.

Mehrere Fachvorträge

Mit kurzen Fachvorträgen, im persönlichen Gespräch und an Ständen informierten die Vertreter der maritimen Firmen die Gäste im Forschungszentrum über ihre Arbeit. Die Nutzung der nördliche Seewege durch Schiffe der Beluga-Reederei stieß auf besonders großes Interesse, ebenso der Infostand zur Problematik der Piraterie am Horn von Afrika und die Sky-Sails Entwicklung der segelangetriebenen Containerschiffe. „Keep cool“ hieß es dagegen bei der Klimaspielrunde mit Dr. Klaus Eisenack von der Uni Oldenburg.

Offene Türen gab es auch im Haus der Schiffsmechaniker. In den Schweiß- und Metallwerkstätten konnten die Gäste den angehenden Schiffsmechanikern über die Schulter sehen. An der wahlweise computer- oder manuellgesteuerten Drehmaschine zeigte Patrick Sarecki mit fünf weiteren Auszubildenden die Bearbeitung eines Stahlzylinders. „Elektropneumatische Elemente selber ausprobieren“, das gefiel Timo aus Nordenham an der Schalttafel am allerbesten. „Nach der Schule bin ich vielleicht auch hier“, überlegte der Neunjährige.

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