Nordenham Wenn es in den nächsten Jahren darum gehen wird, wieviel Geld wo zur verbesserten Ausstattung der langfristig verbleibenden vier, fünf oder sechs Grundschulen im Stadtgebiet investiert wird, dann sollen die Grundschulen Atens, FAH und Süd vorrangig bedacht werden. Und: Bauliche Investitionen für Inklusions-, Differenzierungs- und Ganztagsschulzwecke sollen Vorrang haben.

Grabowskis Welt: Industrie statt Bildung

Das Ringen um eine Grundschule für die Stadtteile Einswarden und Blexen greift NWZ -Karikaturist Addick Dase in Grabowskis Welt auf. Ohne Schule würden sich Schilder für dann ausblutende Orte erübrigen. Hinweise auf zunehmende Industrie wären zutreffender.

Dafür hat sich einmütig der Bildungsausschuss des Stadtrates ausgesprochen.

Erlöse, die durch Schließungen erzielt werden und Sachmittel, die dadurch eingespart werden, sollen für die verbleibenden Grundschulen und nicht für andere Zwecke ausgegeben werden. Vorrangig soll der Verkauf frei werdender Gebäude und Grundstücke angestrebt werden.

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Die Stadtverwaltung hat alle neun vorhandenen Grundschulen hinsichtlich ihres baulichen Sanierungsbedarfs und ihrer baulichen Erweiterungsmöglichkeiten untersucht. Demnach wäre die aus pädagogischen Gründen angestrebte Zweizügigkeit durch kleinere oder größere Investitionen in sieben Schulen möglich, aber in diesen beiden nicht: Phiesewarden und Nordschule.

Die Verwaltung hat zudem die nötigen Sanierungskosten für den Fall ermittelt, dass langfristig alle neun Grundschulen optimal so weiter betrieben werden sollen wie zurzeit – also vier von ihnen zweizügig und fünf nur eineinhalbzügig. Ergebnis: annähernd 14 Millionen Euro.

Eine solche Summe sei nicht finanzierbar. Somit müssten auch aus finanziellen Gründen die verbleibenden Schulen künftig mindestens zweizügig betrieben werden, machte Jens Freese, Leiter des Amtes für Bildung und Freizeit, im Ausschuss deutlich.

Ein Erhalt aller Standorte erscheint zudem wegen rückläufiger Schülerzahlen nicht möglich. Die Zahl der Grundschüler ist von mehr als 1200 im Schuljahr 2004/05 auf 946 im Schuljahr 2015/16 gesunken und wird bis 2020/21 auf 797 abnehmen.

Die katholische Willehadschule soll nicht – wie vor zwei Jahren vom Stadtrat-Arbeitskreis zur Diskussion gestellt – in Räume der Südschule verlegt werden. Sie soll ihren Standort in Nachbarschaft der Willehad-Kirche und der Willehad-Kindertagesstätte behalten. Ob dies dauerhaft so bleiben soll, hatte der Arbeitskreis im Januar noch offen gelassen. Jetzt hat der Bildungsausschuss des Stadtrates einmütig dafür gestimmt, dass die Entscheidung, die Willehadschule am bisherigen Standort zu belassen, im Jahr 2017 überprüft wird.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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