Schwei Nach dem Einbau der neuen Glocke vor gut einem Jahr hat der Kirchbauverein Schwei das nächste Großprojekt angepackt: die Öffnung des Nordportals. Die Arbeiten sind schon weit vorangekommen. Aber nicht so weit, wie der Kirchbauverein gehofft hatte: Die neue Tür wird nicht mehr rechtzeitig zum Gemeindefest am Sonntag, 13. September, fertig.

Der Vorsitzende des Kirchbauvereins, Dr. Cord Diekmann, erwartet, dass die neue Tür aus Eichenholz bis Ende September eingebaut wird. Bis dahin bleibt der Nordeingang fest verrammelt. Um beides kümmert sich ein Schweier Unternehmen: die Tischlerei Ostendorf.

Wie 1619

Die Öffnung des Nordportals dient zwei Zielen: dem Brandschutz und der Restaurierung. Bei ihrem Bau vor fast 400 Jahren hatte die Kirche zwei Ausgänge: einen im Süden und einen im Norden. Bei der Verteilung der Kirchensitze am 22. Mai 1619 – dem Jahr der Einweihung – wurde die Nordseite der Kirche den Butendiekern zugewiesen; sie mussten auch durch das Nordportal gehen. Nach Schätzungen von Cord Diekmann wurde dieser Zugang vor etwa 70 Jahren verschlossen.

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Der Oberkirchenrat in Oldenburg drängt seit Jahren darauf, ihn wieder zu öffnen – und zwar um den Brandschutz zu verbessern. Denn wenn die Kirche voll ist, stauen sich die Menschen vor dem bislang einzigen Ausgang. Das wäre bei einer Panik im Falle eines Brandes noch schlimmer. Das soll das geöffnete Nordportal vermeiden helfen und vor allem den Gottesdienstbesuchern von der Empore – sie bietet 200 Plätze – einen Fluchtweg bieten.

Niveau gesenkt

Der Gemeindekirchenrat hatte sich der Forderung aus Oldenburg angeschlossen, doch es fehlte Geld. Diese Lücke ist inzwischen leidlich geschlossen, wie Cord Diekmann sagt. Der Kirchbauverein wird höchstens 10 000 Euro beisteuern – mehr sind nach der Wiederbeschaffung der Glocke nicht drin –, und der Oberkirchenrat, hofft Diekmann, in etwa die gleiche Summe. Insgesamt belaufen sich die Kosten der von einem Architekten instruierten Arbeiten aber auf 42 000 Euro. Durch Einsparungen und viel Eigenarbeit soll aber auch dieser Kraftakt gelingen.

So hat die Truppe um den Vorsitzenden des Kirchenrats, Hans-Gerd Westerholt, die schon den Kirchvorplatz saniert hatte, auch beim Nordportal kräftig Hand angelegt. Denn es hatte sich herausgestellt, dass das Niveau vor dem Portal 30 Zentimeter höher ist als dahinter. Die Kirche würde nach einem Platzregen unter Wasser stehen.

Also nahmen Westerholt und seine Leute die Klinkersteine auf, senkten das Niveau ab und mussten dabei auch an drei Gräber gehen, die dicht an der Kirche liegen. Zudem bekamen die historischen Grabplatten an der Nordwand der Kirche neue Fundamente, damit sie auch auf dem abgesenkten Boden sicher stehen. Cord Diekmann beziffert den Wert der Eigenarbeiten auf 9000 Euro.

Die neue Tür ist dem Südportal nachempfunden – und nicht nur das: Sie weist auch die alten Beschläge und das alte Schloss des Südportals auf. Die historischen Utensilien waren bei einer Kernsanierung vor rund 40 Jahren einfach abgebaut und durch neue ersetzt worden, sagt Diekmann. Der Architekt rettete sie, und sie gelangten in den Besitz des Rodenkircher Metallbauers Wilfried Peters, der sie nun für das Nordportal zur Verfügung stellt.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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