Brake Wo einst Schiffe repariert und gebaut wurden, wühlt sich jetzt ein Bagger durch den Matsch. Abgebrochener Stahl ragt aus der Erde. Tiefe Pfützen haben sich gebildet, weil immer wieder Weserwasser durch die Schotten sickert. Für die früheren Mitarbeiter der Lühring-Werft, die sich immer noch regelmäßig treffen, dürfte es ein trauriger Anblick sein. In Hammelwarden verschwindet zurzeit ein Stück Braker Werften-Geschichte. Die Firma Stahlbau Nord lässt das alte Lühring-Dock abschrotten.

Sanierung nicht möglich

Stahlbau Nord fertig auf dem früheren Werft-Gelände in Hammelwarden unter anderem Rumpfsektionen. Die Firma, die ihren Hauptsitz in Bremerhaven hat und am Standort Brake rund 40 Mitarbeiter beschäftigt, gehört zur ebenfalls in Bremerhaven ansässigen Rönner-Gruppe.

Wie auf Nachfrage der NWZ Mitinhaber Heiner Rönner berichtet, sieht das Unternehmen keine Chance, das Dock noch einmal wirtschaftlich zu betreiben. Es wird schon seit Jahren nicht mehr genutzt und war inzwischen stark marode geworden.

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Die Dock-Tore sind undicht, so dass Stahlbau Nord Tag und Nacht Pumpen laufen lassen muss, um Wasser aus dem Dock zu pumpen. Eine Sanierung würde laut Rönner einen Millionen-Betrag erfordern. Doch eine solche Investition würde sich auch deshalb nicht lohnen, weil das Dock gemessen an heutigen Ansprüchen viel zu klein sei. Deshalb werde es nun abgeschrottet und zugeschüttet. Wie die dadurch entstehende Freifläche genutzt werden soll, sei derzeit noch offen, so Heiner Rönner.

Werft 1860 gegründet

Laut Claus Lühring, dem letzten Inhaber der Lühring-Werft, die 1988 hatte Insolvenz anmelden müssen, war das Dock im Jahr 1901 gebaut worden; allerdings noch nicht in der heutigen Größe. In späteren Jahren wurde es vergrößert und bekam auch entsprechend höhere Tore. Bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein wurde das Dock nach Auskunft von Claus Lühring genutzt.

Die Geschichte der Lühring-Werft ist indessen noch einige Jahrzehnte älter. Bernhard Reiners aus Oberhammelwarden gründete sie im Jahr 1860. Er musste allerdings nach wenigen Jahren Konkurs anmelden. Es folgte Heinrich Eilers. Der holte sich zur Unterstützung den Schiffbauer Johann Conrad Lühring mit ins Boot. 1873 übernahm der Urgroßvater von Claus Lühring die Werft, die ab diesem Moment Lühring-Werft hieß.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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