Moorsee Am Sonntag lockte der Dampftag zahlreiche Technikbegeisterte und Familien mit Kindern zum Museum Moorseer Mühle. Dort qualmte und schnaufte eine alte Lokomobile aus allen Nähten und zeigte, was sie auch mit 102 Jahren noch so alles drauf hat.

Gert Seggermann und Friedrich Schoknecht nahmen die Dampfmaschine für die Besucher in Betrieb, beantworteten geduldig alle Fragen und berichteten im Dunst des rauchenden Vehikels aus der abwechslungsreichen Geschichte der „alten Dame“. So erfuhren die Zuhörer, dass das Antriebsaggregat im Jahre 1911 von der Maschinenfabrik H. Lanz in Mannheim hergestellt wurde. Bei dieser 5,5 Tonnen schweren und 26 PS starken Patent-Sattdampf-Hochdruck-Lokomobile handelt es sich um eine sogenannte Kolonialausführung, die 1989 aus Guatemala reimportiert wurde, wo sie viele Jahre ein Sägewerk betrieben hatte.

„Dampfmaschinen dieser Art arbeiteten noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts in der hiesigen Landwirtschaft“, erläuterte Gert Seggermann. Im Herbst wurden sie von den Lohnunternehmen zum Antrieb der großen Dreschmaschinen eingesetzt. „Als die Moorseer Mühle 1903 abbrannte, benutzte der Müllermeister Reinken eine ähnliche Lokomobile, um sein Getreide damit zu mahlen“, so Scho­knecht. Diese wurde 1908 durch eine stationäre Dampfmaschine ersetzt.

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Den beiden ehrenamtlichen Mitarbeitern der Mühlengruppe des Rüstringer Heimatbundes war die Leidenschaft für die Lokomobile bei jedem Satz anzumerken. Sie kümmern sich als Maschinisten das ganze Jahr um das Wohlbefinden der Dampf-Matrone. Für sie ist dieser Aktionstag auch eine Art Probelauf für das große Mühlenfest am 24. und 25. August. Dann wird die Lokomobile nicht nur unter Dampf gesetzt sondern auch als Antrieb für eine echte Dreschmaschine eingesetzt. Dafür benötigt die „Good Old Lady“ sogar regelmäßige TÜV-Überprüfungen und dementsprechende technische Pflege.

Viele Besucher kehrten nach der spannenden Vorführung noch für ein Stück Kuchen ins Mühlencafé ein oder nutzten die Gelegenheit zu einem Besuch des Museums.

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