Abbehausen Der Abbehauser Ortsrat hatte gehofft, mit einem Planungsauftrag ein Dauerbrennerthema, das in dem Dorfparlament schon seit Jahren immer wieder hochkocht, voran bringen zu können. Doch die Rechnung ist nicht aufgegangen. Als der Oldenburger Ingenieur Hans-Rudolf Werner in der Ortsratssitzung am Mittwochabend zwei Entwürfe für den geforderten Ausbau des Parkplatzes vor der Abbehauser Sporthalle präsentierte, herrschte große Ernüchterung. Denn allen war sofort klar, dass die Stadt Nordenham sich die aufgerufenen Kosten kaum leisten kann. Nach Angaben des Planers sind für die Herrichtung der unbefestigten Fläche mindestens 430 000 Euro anzusetzen.

Alter Bahndamm ohne Butjadingen

Bei der Umbenennung des Erich-Lampe-Wegs läuft es auf den Namen Alter Bahndamm hinaus. An diesem Vorschlag will die Stadtverwaltung festhalten. Das teilte Bürgermeister Carsten Seyfarth in der Ortsratssitzung auf Anfrage der SPD-Fraktion mit.

Eine Einigung mit der Gemeinde Butjadingen auf einen gemeinsamen Namen für den früheren Damm der Butjenter Bahn von Nordenham bis Mitteldeich kommt laut Carsten Seyfarth wohl nicht zustande. Die Butjadinger Gemeindeverwaltung habe darauf verwiesen, dass der Bahndamm zwischen Stollhamm und Mitteldeich bereits Rauschenbusch-Weg heiße und nicht umbenannt werden solle.

Als zusätzlicher Kostenfaktor, der in den Schätzungen des Ingenieurs noch nicht berücksichtigt ist, kommt womöglich die Beseitigung von Altlasten hinzu. Laut Hans-Rudolf Werner ist davon auszugehen, dass Müll, Schlacke und andere Hinterlassenschaften im Boden schlummern. Der Ingenieur betonte, dass es unbedingt erforderlich sei, vor einer Baumaßnahme das Erdreich genau untersuchen zu lassen.

Bodenuntersuchung

„Die Altlasten im Boden sind eine große Unbekannte“, sagte Hans-Rudolf Werner. Je nachdem, welche Funde es dort gibt, könnten auf die Stadt erhebliche Entsorgungskosten zukommen. Entweder müsse die Erde abgefahren oder eine wasserdichte Abdeckung aufgetragen werden. Allein die Untersuchung des Bodens dürfte rund 10 000 Euro verschlingen.

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Auf dem Parkplatz vor der Sporthalle hatte sich früher ein Markthamm befunden. Als der angelegt wurde, nahmen es die verantwortlichen Stellen noch nicht so genau mit dem Umweltschutz. Bereits ein 2002 erstelltes Gutachten hat aufgezeigt, dass dort Müll vergraben wurde.

Die zwei Planungsvarianten des Oldenburger Ingenieurs sehen vor, das Gelände zu befestigen und mit Betonsteinpflaster zu belegen. Zur Auflockerung der Fläche sind kleine Beete und Baumanpflanzungen vorgesehen.

Der erste Entwurf weist 108 Autostellplätze aus und ist auf 430 000 Euro veranschlagt. Dabei hat der Planer auch den Grünstreifen vor dem Sieltief einbezogen. Zurzeit bietet das Gelände Parkplätze für 80 bis 90 Personenwagen.

Variante zwei kostet 465 000 Euro und unterscheidet sich dadurch, dass zwei Stellflächen für Busse eingeplant sind. Diese Parkplätze sind so angelegt, dass die Busse ohne größeres Rangieren an- und abfahren können. Für Personenwagen sind rund 100 Parkplätze vorgesehen. Allerdings müssten bei dieser Variante die Container, die der TSV Abbehausen als Büro- und Lagerräume nutzt, weichen. Sollten sie stehen bleiben, könnten nur 67 Parkplätze geschaffen werden.

Bei beiden Ideenskizzen hat der Ingenieur eine Asphaltierung der Zufahrt von der Enjebuhrer Straße aus eingeplant. Eine mögliche Ertüchtigung oder Verbreiterung der dortigen Brücke hat er nicht berücksichtigt.

„Völlig unrealistisch“

Angesichts der beträchtlichen Kosten machte Bürgermeister Carsten Seyfarth in der Ortsratssitzung deutlich, dass er beide Varianten für nicht umsetzbar hält. „Das ist völlig unrealistisch“, sagte er. Ähnlich äußerte sich der FDP-Ratsherr Ernst-Otto Kruse, der von „Träumereien“ sprach.

Zu einer Abstimmung kam es nicht. Die Ortsratsfraktionen müssen sich nun bis zu den nächsten Haushaltsberatungen entscheiden, ob sie die entsprechenden Summen für den Parkplatzausbau beantragen wollen. Das letzte Wort hat der Stadtrat.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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