Sürwürden Karin Logemann genießt das uneingeschränkte Vertrauen der Wesermarsch-SPD. Der Unterbezirksparteitag wählte die 56-jährige Bernerin am Sonnabend einstimmig als Kreisvorsitzende wieder. Die gelernte Erzieherin ist 2014 in den Landtag nachgerückt und bewirbt sich im Januar erneut um ein Landtagsmandat.

Bei ihren Stellvertretern war die Einigkeit nicht ganz so groß: Überraschend warf auch der Braker Martin Claus seinen Hut in den Ring. Doch der Parteitag im Sürwürder Gasthaus Kiek mol rin sprach sich mit Mehrheit für die beiden Titelverteidiger aus: 61 Stimmen gab es für Torben Hafeneger, Rodenkirchen, 48 für Holger Kromminga, Brake, aber nur 27 für Martin Claus.

Seit 33 Jahren Kassierer

Dienstältestes Vorstandsmitglied ist der Kassierer Alfred Schäfftlein. Der 65-jährige Großenmeerer, der seit 33 Jahren im Amt, wurde mit großer Mehrheit wiedergewählt. Sein Stellvertreter bleibt der Nordenhamer Karl-Heinz Sonder. Wiederwahl hieß es auch für den Schriftführer Christian Bergmann, Waddens, zu seiner neuen Stellvertreterin wurde Kerstin Seeland, Strückhausen, gewählt. Sie verdrängte Annette Klitscher, Morgenland. Neue Bildungsbeauftragte ist Verena Sievers-Kania, Nordenham, als Nachfolgerin von Meinrad Rohde, Lemwerder.

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758 Mitglieder zählt der Unterbezirk Wesermarsch in 14 Ortsvereinen, bilanzierte Karin Logemann. Im vergangenen Jahr seien 21 neue Genossen hinzugekommen, vor allem jüngere; das habe es lange nicht gegeben. In diesem Zusammenhang würdigte sie das im vergangene Jahr gestartete Projekt „10 unter 20“, in dem 10 unter 20-Jährige verschiedene Parlamente kennenlernen und dabei auch sie selbst begleiten. Ein weiteres Projekt ist die Umgestaltung eines alten Ruderkutters durch junge Leute zu einem maritimen Wahlkampfgefährt, die jetzt beginnen soll.

Zusammen mit Wirtschaftsminister Olaf Lies, Sande, begrüßte Karin Logemann drei neue Mitglieder mit Familiengeschichte: Monika Hirdes ist die Schwester der Stadlander SPD-Ratsfrau Erika Weubel, Jörn Haats ist der Bruder des Ratsherrn Torben Hafeneger und der Enkel des 89-jährigen Rodenkircher Sozialdemokraten Ewald Hadeler und der Rodenkircher Lars Schmitz ist gleich nach seinem 14. Geburtstag eingetreten. Er ist der Sohn des neuen Stadlander Ortsvereinsvorsitzenden Udo Schmitz.

Der SPD-Kreistagsfraktionschef Hans Francksen, Nordenham, erinnerte daran, dass die Fraktion im Herbst nach der Kreistagswahl mit einem stark erneuerten Team gestartet sei. Die neue Mehrheitsgruppe mit der CDU arbeite gut, sagte er, ohne die CDU zu erwähnen.

Entscheidend für die nächsten Jahre sei eine „moderne Wirtschaftspolitik“, die junge Leute in der Wesermarsch halte. Dazu gehöre vor allem eine bessere Ausbildung. Die könnten die großen Unternehmen im Kreis anbieten. Großen Handlungsbedarf sieht Hans Francksen beim schnellen Internet, an das die ländlichen Bereiche der Wesermarsch durch ein Fünf-Millionen-Programm angeschlossen werden sollen.

Zwischen den Wahlgängen erlebten die Sozialdemokraten einen kämpferischen Olaf Lies. Es sei „keine leichte Zeit“, räumte er ein, in seinem Wirtschaftsministerium seien „Fehler passiert“, spielte er auf die Vergabe-Affäre an, die jetzt von einem Untersuchungsausschuss aufgeklärt werden soll. Doch die Fehler seien abgestellt worden und es habe personelle Konsequenzen gegeben, „das war kein leichter Schritt.“ Aber jetzt müsse es wieder um Niedersachsen gehen, erklärte er die Affäre von sich aus für beendet.

Das zentrale Thema seiner Rede war die Steigerung der Lebensqualität im ländlichen Raum – vor allem durch verbesserte Mobilität. So trage das konsequente Eintreten der Landesregierung für die neue Bundesstraße 211 jetzt Früchte, und beim heiklen Neubau der Bundesstraße 212 vom Kreissüden Richtung Delmenhorst setzte er auf eine einvernehmliche, wenn auch wohl langwierigere Beratung, damit das Projekt nicht vor Gericht scheitere. Doch auch für Menschen ohne Auto müsse es Perspektiven auf dem Land geben – zwischen Linienverkehr und Bürgerbus müsse ein Abrufsystem per Smartphone geschaffen werden.

Offshore-Strom ausbauen

Klar sprach sich Olaf Lies für den Ausbau der Windkraftanlagen auf See aus, die Deckelung ab 2030 müsse zurückgenommen werden. Zudem solle der dort erzeugte Strom nicht komplett nach Süden fließen, sondern zum großen Teil im Norden bleiben und und dort eine weitere Industrialisierung ermöglichen, denn: „Dem Norden gehört die Zukunft!“


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Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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