Von Horst Lohe

Nach erfolgreicher bundesweiter Ausschreibung zieht die Butjenter CDU den Kandidaten-Joker: Nicht – wie vermutet – einen Verwaltungsfachmann von außerhalb, sondern die parteilose Butjenterin Uta Meiners (40) wählt die CDU am 3. Februar zur Bürgermeister-Kandidatin.

Zwar fehlt ihr wie Amtsinhaber Rolf Blumenberg (53, parteilos) Verwaltungsfachkompetenz. Aber die Diplom-Agraringenieurin kann auf 13 Berufsjahre für den Bauernverband in Bonn und Brüssel verweisen. Erst vor wenigen Monaten ist sie in ihre Heimat Butjadingen zurückgekehrt. Ihr trauen auch Beobachter die demokratischen Führungsqualitäten zu, die beim lavierenden und lieber repräsentierenden Amtsinhaber vermisst werden.

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Doch fast fünf Monate später kommt es zum Zerwürfnis. Uta Meiners wirft völlig überraschend hin. Sie behält sich vor, unabhängig von der CDU anzutreten, verwirft dann auch dies. Die CDU ist geschockt, tief enttäuscht.

Rolf Blumenberg kann sich zurücklehnen, obwohl Dr. Hans Hortig (56) von den Unabhängigen seinen Hut in den Ring wirft. Dem Tierarzt traut kaum jemand einen Wahlsieg zu. Wie aus dem Nichts taucht der ehemalige Butjadinger Kurdirektor Ubbo Voss (52) auf, läßt sich zunächst zum FDP-Kandidaten für Kreistag und dann auch Gemeinderat aufstellen. Bei seiner Bürgermeister-Kandidatur folgt ihm seine Partei freilich nicht. Weiterer Bewerber: Unternehmensberater Richard Bolte (33), der es zuvor mit der FDP verdorben hat.

Sieben Wochen vor der Wahl meldet sich die CDU überraschend mit einem neuen Kandidaten. Uwe Diekmann, Anfang Februar bei der CDU gegen Uta Meiners unterlegen, will auf jeden Fall antreten. Der 47-jährige parteilose Verwaltungsfachmann aus Stollhamm und die CDU gehen ein Zweckbündnis ein.

Diekmann gewinnt von Woche zu Woche mehr Zuspruch und punktet mit dem Slogan „Der kann das“. Im ersten Wahlgang erhalten: Blumenberg 41,7 Prozent, Diekmann 34,6 Prozent, Voss 11,6 Prozent, Hortig 9,6 Prozent und Bolte 2,5 Prozent.

Stichwahl am 24. September: Blumenberg wird mit 54,7 Prozent (Diekmann erhält 45,3 Prozent) als hauptamtlicher Bürgermeister für acht Jahre wieder gewählt.

Nicht minder turbulent: Die Aufstellung der Gemeinderatskandidaten. Die Grünen treten mit nur einem Bewerber an, dem Neubürger Heinz Friele (59). Er kann sich auf ein grünes Wählerpotenzial von etwa zehn Prozent stützen. Er holt 3,7 Prozent.

Die FDP wehrt eine „feindliche Übernahme“ durch drei Rebellen ab, zu denen Bolte ud Ratsherr Detlef Barske gehören. Die Partei zeigt Barske die Rote Karte. Dann zieht sie überraschend mit Journalist Lutz Timmermann (57) als Spitzenkandidaten in den Wahlkampf – und erringt einen grandiosen Wahlsieg: Sie wächst von 18,2 Prozent vor fünf Jahren auf 25 Prozent und von drei auf fünf Ratssitze, wird damit zweitstärkste Fraktion.

Die CDU glänzt mit erstaunlich vielen Kandidaten. Der Wähler sieht darin aber mehr Masse als Klasse. Die CDU verliert leicht von 35,1 auf 34,6 Prozent, behauptet sechs Mandate.

Der SPD gelingt es nicht wirklich, ihre personelle Schwäche zu überspielen. Sie sackt weiter ab: auf 23,9 Prozent. Die Wählergruppe der Unabhängigen weist zwei CDU-Überläufer ab und muss ohne ihren nicht wieder kandidierenden Wortführer Lambertus Poll (72) auskommen. Wahlergebnis: mit 11,4 Prozent nur halb so viel wie vor fünf Jahren.

CDU und FDP bilden die Mehrheitsgruppe. Sie beweisen ihre Macht im neuen Rat durch Geschlossenheit.

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