Nordenham Er rang sich nur zu einer zaghaften Entschuldigung durch. Dennoch ist Dietmar Lange, Vorsitzender der Ortsgruppe Nordenham der Linkspartei, damit am Dienstag an einer Verurteilung durch die Strafrichterin am Amtsgericht Nordenham vorbeigekommen.

Strafbefehl: 750 Euro

Zu dieser Strafverhandlung war es gekommen, weil Dietmar Lange am 6. November Einspruch gegen einen Strafbefehl mit einer Geldbuße von 750 Euro erhoben hatte.

Die Staatsanwaltschaft hatte den 71 Jahre alten Rentner nach einer Strafanzeige der Kreisvorsitzenden der Linkspartei, Monika Zimmermann, angeklagt. Begründung: Dietmar Lange habe sie in herabwürdigender und ehrverletzender Weise beleidigt. Denn er habe am 7. September während einer Mitgliederversammlung in Atens Monika Zimmermann zugerufen: „Und du hälst mal die Klappe, du blöde Kuh.“ Die NWZ  hat darüber berichtet.

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Dietmar Lange verzichtete auf einen Anwalt und verteidigte sich selbst vor Gericht. Er bestritt die Beleidigung keineswegs. Ihr Sinn werde aber erst deutlich, wenn man den Zusammenhang kenne.

Wie die NWZ  berichtete, hatte die damalige neue Kreisvorsitzende Monika Zimmermann zu der Versammlung am 7. September eingeladen. An dem Abend sollten die rund 15 anwesenden Mitglieder einen Kandidaten der Linkspartei für die Bürgermeisterwahl in Nordenham am 8. November wählen. Doch dazu kam es nicht. Dietmar Lange erhob ebenso wie Francis Hope den Einwand, einladen dazu dürfe nur der Ortsverband und nicht der Kreisverband.

Darauf hob Dietmar Lange auch vor Gericht ab. Erst als er dann von Monika Zimmermann zur Ordnung gerufen worden sei, habe er die beleidigenden Worten ausgerufen.

Wegen dieser „Vorgeschichte“ und unter der Voraussetzung, dass sich Dietmar Lange vor Gericht bei Monika Zimmermann entschuldigt, würde das Gericht im Einvernehmen mit der Staatsanwaltschaft das Strafverfahren ohne Auflagen einstellen. Mit diesen Worten regte die Richterin eine Entschuldigung an. Sie fügte hinzu: Auch wenn es in einer Versammlung hoch hergeht, gebe es kein „verbales Notfallrecht“, sondern eine Beleidigung bleibe eine Beleidigung.

Dietmar Lange sagte: „Ich bin einverstanden.“ Er fügte aber rechtfertigend hinzu, er habe das Verhalten von Monika Zimmermann „als Akt der Amtsanmaßung“ empfunden.

Die Richterin hatte zuvor auf ähnliche Rechtfertigungsversuche von Dietmar Lange entgegnet: „Man darf nicht zu Straftaten greifen, um jemanden zur Ordnung zu rufen.“

Dietmar Lange räumte schließlich gegenüber der als Zeugin geladenen Monika Zimmermann vor Gericht ein: „Ich habe einen Ausdruck verwendet, den ich bereue und auch nicht wieder verwenden will. Ich möchte ein wertschätzendes Umgehen mit- einander.“ Er fügte aber hinzu: „Respektiert gefühlt habe ich mich nicht, sondern ich habe mich wie ein Stück Scheiße behandelt gefühlt.“

Einspruch

Die Richterin wiederholte zwar, gefordert sei eine Entschuldigung und keine Rechtfertigung. Dennoch sah sie die Worte Langes als ausreichend an. Dagegen erhob Monika Zimmermann Einspruch: „Diese Entschuldigung kann ich so nicht annehmen.“

Die Richterin erklärte das Verfahren dennoch für eingestellt. Die Kosten trägt die Staatskasse.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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